i66
III. Großbritannien
Der Vorwurf indeß ist offenbar zu hart, daßLocke zwar nicht selbst Freydenker gewesen, Freyden-ker aber doch zn seinem Gefolg gehabt habe; einungerechter Vorwurf. Unfalls genug, wenn meinKahn leicht und brüchig ist; was kann ich dafür,wenn andre sich hinter mir einsetzen und ins hoheMeer rudern?
Freydenker sollen wir alle sevn, d. i. wirsollen dem Recht und der Wahrheit frey nachstreben,ihnen nacheifern, frey von allen Fesseln des Anse-hens und Vorurtheils, mit ungetheilter Seele.Wenn aber ein wilder Geist sich einen Freydenkernennt, und einen andern bescheidnen Mann zumDeckmantel seiner Frechheit mißbraucht, wenn dannein Dritter, ein ohnmächtiger Sklave des Vorur-theils, Jenem diesen Ehrennamen als Eckeinamennachwirft, sind sie in gleichem Falle? Der NameFreydenker, wie verschiednen Männern ist er ge-geben , die fast nichts miteinander gemein haben!Ein trefflicher Herbert von Cherburi; undHobbs, ein Eol lins; und Blount, Wvol-lst on und Chubb, Bolingbrocke und Humeneben einander gestellt, geben einen Incksx expur-Zatorius, der von dem geringen Verstände seinerSammler zeiget. Shafresburi selbst, der denguten Locke zum Vorgänger der Linda ls machenwollte, hak dem schwarzen Kirchenverzeichniß derFreydenker nicht entgehen mögen *). Unmittelbar
Siehe Lelands Abriß der vornehmsten rheistischenSchriften, Hannover 1755. Die Deutschen Kir-chengeschichtler sind ihm gefolger, und führen einnoch bunteres Gemisch auf.