der Humanität. 23
sinduna macht Naturhcrcn, Nachahmung Natur-knechle.
„Wenn ein ganz Haus mit allen Hausgenossenalt und jung sich gegen seinen Nachbar so anstellte;der Mann ahmete dem Nachbar, die Frau derNachbarin, Tochter, Söhne, Knechte, Mägde ahm-ten den Töchtern, Söhnen, Knechten, Mägden desNachbars nach, würde nicht die ganze Stadt sagen:das Haus ist voll Narren, die drin wohnen, sindalle unsinnig? Und trieben sie die Haserei nur ausUnbcdachtsamkeit, würden nicht alle Kinder auf derGaffe von diesen tollen Klugen als Nichtswürdigenzu reden wissen? Was würde man aber sprechen,wenn diese Nachahmer den Ersten noch Geld dazugeben, daß sie derselben Narren seyn dürften? Voneinem ganzen Lande nun ist es noch niedriger." —
In dem Ton sprach Realis de Viennoweiter. Er zeigte, daß die Nachahmung zumal derFranzosen den Deutschen schädlich und verderblichftp; durch sie versaure und verroste der Verstand,man versuche nichts und verzage an eignen Kräften.Mit Nachahmung seyn die Welsch-FranzösischenLaster zu uns gekommen. Wir hätten das Nach-,ahmen nicht nöthig; ja man müßte den Deutschenauch in nützlichen Dingen die Aefferei nicht zulassen,weil keine Grenze bestimmt werden könne, was?wie viel? wie weit nachzuäffen sey? Der Deutschesei beim Nachahmen ungeschickt u. f. — Was dünktIhnen, zu diesem Autor?