Band 
Adrastea III.
Seite
40
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Briefe zu Beförderung

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mit diesen Drigiualpoesieen seines Wesens oft nichtlaut genug hervortreten; er erfindet deren eine Reihe,mit der Zeit aus bloßer Willkühr und glaubt sichgar dazu in die Welt gepflanzt, andere damit zu ver-gnügen. Die sogenannten starken Charaktere,große Geister, ex prokssso vornehme Leu-«e u. f. liefern in ihrer Geschichte davon wunderbareBeispiels. Die alten römischen Cäsars, eine ReiheRegenten, Helden, Religionsstifter, Schwärmer, Dich-ter, Philosophen hatten sonderbare Wahngcstalten imKopf, die sie gewöhnlich andern aufzwingen wollten,und damit oft zum Ziele kamen.

Denn leider ist bekannt, daß es fast nichts an-steckenderes in der Welt als. AKah" und Wahnsinngäbe. Die Wahrheit muß man durch Gründe müh-sam erforschen; den Wahn nimmt man durch Nach-ahmung oft unvermerkt, aus Gefälligkeit, durch dasbloße Zusammenseyn mit dem Wähnenden, durchTheilnehmung an seinen übrigen guten Gesinnungen,auf guten Glauben an. Wahn theilt sich mit, wiesich das Gähnen mittheilt, wie Gesichtszügc undStimmungen in uns übergehen, wie eine Saite derandern harmonisch antwortet. Kommt nun noch dieBestrebsamkeit des Wähnenden dazu, uns die Lieb-lingsmeynungcn seiner Jchheit als Kleinode anzuver-trauen, und er weiß sich dabey recht zu nehmen;wer wird einem Freunde zu Gefallen nicht gern zu-erst unschuldig mitwähncn, bald mächtig glauben undauf andre mit eben der Bestrebsamkeit seinen Glau-ben fortpflanzen? Durch guten Glauben hängt dasMenschen - Geschlecht an einander; durch ihn habenwir wo nicht alles so doch das Nützlichste und Mei-