Band 
Adrastea III.
Seite
52
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Ü2

Briefe zu Be firderung

Der Seide-nfaden.

„Mir gebühre« die Ehr«! Ich .bin nicht gegrabenesGold nur,

Aus der Fäule der Erd' und rohen Felsen gescharret;

Ein lebendig Geschöpf ernährte zu feinerem Saft mich,

Zog mich aus seinem Busen und spann mit Kunst und

Geschick mich.

Jctzo tragen die Könige mich und die Herren an Festen;

Weit gefälliger bin ich, als. Dein beschwerlicher Reich-thum."

Der Leinfaden.

„WaS erzählt Ihr euch hier? und sprecht von eurenVerdiensten?

Bin nicht Ich der Erde, des Wassers holdester Zögling?

Mich erzeugte die thauende Nacht; der strahlende Him-mel

Siehet mit Wohlgefallen auf mich. Die goldenen Fäden

Unterstütz' ich allein; sonst würd' ihr nichtiger Schimmer

Bald verschwinden. Ich halt' und trag' empor sie zum

Glänze;

Und verbarg mich bescheiden, verlange nicht selber zu

schimmern."

Also sprachen die Drei. Und was geschahe? Sietrennten

Zürnend sich von einander, und rissen, und wollten nicht

weiter —

Nun lag ohne Zierde das Band, und ohne Gestaltda;

Das in stolzer Schöne vorhin die Hüfte gegürtet,

Halte nicht Form noch Werth; verachtet siel es zur Erde.