Band 
Adrastea III.
Seite
103
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der Humanität. - ,«Z

gewiß war zu ihnen niemand so leicht geschickter, alsEr. Bei seiner großen Wahrheitsliebe und der gan»zen moralischen Wendung, die sein Schriftsteller.-Amtgenommen hatte, lebte er unabhängig, war ein Lieb-haber einsamer Gedanken und hatte Zeit genug, sichmit seinem Genius zu unterhalten. Nun kamenaber seine Feinde dazwischen, die ihn unwürdig ver-achteten, und seinen innern moralischen Stolz empör-ten; als er schrieb, war er nicht mehr unbefangen,er fühlte sich besser als sie, und wollte auch Situa-tionen rechtfertigen, die vielleicht nicht zu rechtfertigenwaren. Gegentheils mußte er manches von sich ver-schweigen, das ihm zum Lobe gereichte, weil für ei-nen bescheidenen Mann das Selbstlob immer dieschwerste Sache bleibet; und so war Rousseau wie-derum gewiß besser, als er sich selbst schildern konn-te. Ueber manche seiner Fehler würde er zuverläßiganders geurtheilt haben, wenn er sie als Bekenntnisseeines Fremden hörte; und noch weniger würde erselbst es läugnen, daß manche Situationen seines Le-hens, wie sie hier dargestellt sind, jungen oder schwa-chen Menschen fast verführerisch werden müssen, weildes Verfassers eignes strenges moralisches Urtheil dar-über fehlet. Ja wenn sein Buch einem der Weisendes Alterthums, einem Chilon, Aaleukus Solon, Sa-krales oder Mark Aurel vorgelegt würde, ist wohl zuzweifeln, daß dieser darüber ein mißbilligendes Urtheilfällen würde? Wir wollen also, m. Fr., der Aschedes armen Selbstpeinigcrs verzeihend eine friedlicheRuhe wünschen, und uns lieber an den schönen Früch-te» und Blüthen, die dieser Baum hervorgebrachthat, erfreuen» als daß wir in seinem Leben jede Sub-stanz des Erdreichs untersuchen wollten, aus und in