,b, Briefe, zn Beförderung
eine Mitte des (Hebens und Nehmens, des gegen-seitigen Genusses und Besehrens setzte. Ich zweifle,ob dies«,in Deutschland, jwsnige Charaktere undScenen ausgenommen, jH der Fall gewesen. Daßman es wenigstens auf die Vereinigung und gegen-seitige Aus,b«(duyg des Geschmacks der Bühne unddes Publikums sehr spat und äußerst selten angele-get hat,, ist aus der Geschichte des Deutschen The-aters klac^ - .Außer den alten Mysterien, Kloster-agenden, od/er Marionetten kam die Bühne als Hof-feierlicbkeit nach Deutschland; daS Volk wardhinzugelassen, sich an diesen prächtig - gekleidetenHof- und Staatsrevolutionen, die hinter den Lich-tern vorgingen, als Pöbel zu erbauen. An man-chen Orten Deutschlands hat die Bühne diese Hof-theater - Gestalt und Verwaltung beibehalten, undstehet also ganz außer dem Gebiete derKunst, weil sie zum Hof-Etiquette gehöret.In andern Provinzen ziehen Banden umher,(wie man die Schauspieler mit dem alten deutschenHeldcnnamen zuweilen noch jetzt nennet;) sie gehen,wie es die Deutschen von jeher gern thaten, ausBande in Bande, und nehmen Dienste, nachdemsie bezahlt und gedungen werden; wäre es nicht un-vernünftig und grausam, von ihnen ein Ideal derKunst, ein corcespondirendes Publikum zu fordern?Einzelne Dichter und Schauspieler haben sich, ichmöchte sagen über das Mögliche, hinaufgeschwun-gen; sie konnten aber keine neue" Welt um undvor sich schaffen; diese müssen aiifführen, wasjene geben, wie sie es mit andern'aufführen kön-nen, und wie am Ende ihr Pubsikum gebie-tet. Da ich hier keine Kritik des Theaters schreibe,