i!>4 Briefe zu Beförderung
diffcationen der Zeit abgerechnet,) auf ähnliche Weifeentstanden: denn wenn man von großen Begeben»betten seiner Zeit hört oder liefet, so will man dieseauch, durch Kunst bearbeitet, und von ihr vorge-stellt,« sehen. Das Publikum der Welt wird sd-da»n von selbst ein Publikum des Theaters. Glei-chergestalt fordert die Komödie, die Charaktere undSitten vorstellt, eine anschauende Kenntniß der Ra-tion , eine leichte Existenz, eine sich selbst bestim-mende moralische Freiheit. Der dürftige Knechtes-sinn ist eine mephitische Luft, in der jede Flammeerstickt wird.
*
*
*
n
Die Philosophie der Griechen hatteeigentlich kein Publikum, wie die Künste; ihrerNatur nach Hatte sie dessen auch nicht nöthig.
Die ältesten ALeisen der Griechen waren Ge-setzgeber; und wohl dem Volk, dessen GesetzgeberWeise sind. Sokratcs erschien in einer bedrängtenZeit: sein Publikum waren Privatgesell-schaften oder einzelne Personen; seineMethode war auf die Entwickelung der Grundsätzedes Wahren, Guten und Schönen in diesen ein-zelnen Personen berechnet. Und dieses, dünktmich, sey der Zweck der wahren Philosophie,Seibstbildung. Der Lehrer kann und will da-bei nur eine Hebamme unsrer Gedanken, ein Mit-Hclser unsrer eignen, arbeitenden Kräfte werden.