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Briefe zu Beförderung
4. Der Ruhm eines Vaterlandes kann zu un-srer Zeit schwerlich mehr jener wilde Er oberungs-geift seyn, der die Geschichte Roms und der Bar-baren, ja mancher stolzen Monarchieen wie ein bö-ser Dämon durchstürmte. Was wäre es für eineMutter, die (eine zweite ärgere M»>ea) ihre Kinderaufopferte, um fremde Kinder als Sklaven zu er-beuten, die ihren eignen Kindern über kurz oderlang zur Last werden? Unglücklich wäre das Kinddes Vaterlandes, das, dahingegeben oder verkauft,ins Schwert laufen, verwüsten, morden müßte, umeine Eitelkeit zu befriedigen, die Niemanden Vor-theil gebieret. Der Ruhm eines Vaterlandes kannzu unsrer Zeit und für die noch schärfer richtendeNachwelt kein andrer seyn, als daß diese edle Mut-ier ihren Kindern Sicherheit, Thätigkeit, Anlaß zujeder freien, wohlthätigen Uebung, kurz die Er-ziehung verschaffe, die ihr selbst Schutz und Nutz,Würde und Ruhm ist. Alke Völker Europa's,(andre W.lttbeile nickt ausgeschlossen,) sind jetzt imWettstreit, nicht der körperlichen, sondern der Gei-stes- und Kunstkräfte mit einander. WennEine oder zwei Nationen in weniger Zeit Borschrittethun, zu denen sonst Jahrhunderte gehörten: sokönnen, so dürfen andre Nationen sich nicht Jahr-hunderte zurücksetzen wollen, ohne sich selbst dadurchempfindlich zu schaden. Sie müssen mit jenenfort: in unsern Zeiten laßt sichs nicht mehr Bar-bar seyn; man wird als Barbar hinkcrganqcn, un-tertreten, verachtet, mißhandelt. Die Weltepochenbilden eine ziehende Kette, der zuletzt kein einzelnerRing sich widersetzen mag, wenn er auch wollte.