Band 
Adrastea III.
Seite
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r88 Briefe zu Beförderung

Geistes einer fremden Hand anvertrauen, damitihr solche von da aus zu empfangen die Ehrehaben möget? Mich dünkt, ich sehe eine Zeitkommen —

Doch lasset uns nicht prophezeihen, sondern hin-ter Allem nur bemerken, daß jedes Vaterland schonmit seinem süßen Namen eine moralische Ten-denz habe. Bon Vatern stammet es her; esbringet uns mit dem Namen Vater, die Erinne-rung an unsre Jugendzeiten und Jugend-spiele in den Sinn; es weckt das Andenken analle Verdiente vor uns, an alle Würdige nach uns,denen Wir Vater werden; es knüpft das Menschen-geschlecht in eine Kette fortgehender Glieder, die ge-gen einander Brüder, Schwestern, Verlobte, Freun-de, Kinder, Eltern sind. Sollten wir uns andersauf der Erde betrachten? Müßte Ein Vaterlandnothwendig gegen ein anderes > ja gegen jedesandre Vaterland aufstehn, das ja auch mit densel-ben Banden seine Glieder verknüpfet? hat die Erdenicht für uns alle Raum? liegt ein Land nichtruhig neben dem andern? Eabinette mögen einanderbetrügen; politische Maschinen mögen gegen einan-der gerückt werden, bis Eine die andre zersprengt.Nicht so rücken Vaterländer gegen einander;'sie liegen ruhig neben einander; und stehen sich alsFamilien bei. Vaterländer gegen Vater-länder im Blutkampf ist der ärgste Barbarismusder menschlichen Sprache.