260 Briefe zu Beförderung
schmack mit Hülfe des Triebes, den alle Menschenzur Nachahmung haben, allmählich weiter. Dasalles wäre nicht so, wenn dieH kleine Lqwvsruriianur reiche Hofleute, (grarräs Lsißneurs) wären,die nach ihrer Rückkunft aus Frankreich sich in einerHauptstadt, wie Madrid, London u. f. sich ineiner Menge verlören. An einem Hofe, wo ein Ein-zelner für seine Person wenig bedeutet, im Ganzenaber ein festgesetzter, bestimmter Ton und Charakterherrschet, wird ein englischer Lord, ein spanischerGrand den Firniß, den er nachahmend auf Reisenan sich gezogen hatte, bald wegthun, und zwar auseben demselben Principium der Nachahmung. Erwird sich mir andern, die ihn umgeben, in Unisonsetzen, oder wenigstens wird sein Restchen fremderFarbe keinen großen Einfluß haben. — Glückes gnug,wenn man ihn nicht lächerlich findet."
2. Folgen der Gallicomanie inDeutschland.
— „Der er ste Mißbrauch , der aus diesemverbreiteten französischen Geschmack entspringt, ist daßman seine eigne Sprache vernachläßigt; (woran man« gewiß Unrecht hat; ich kann es nicht gnug wieder-holen !) ein schreiender Mißbrauch. Mit einem Wort,es geht so weit, daß eine ungeheure Menge von Per-sonen sich piquirt, nur französisch zu lesen, unddaß sie es endlich so weit bringen, ihre eigne Schrift-steller nicht mehr verstehen zu können. Ich habe.