Band 
Adrastea III.
Seite
262
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s6s Briefe zu Beförderung

ist, ist zur andringlichsten, unausstehlichsten Pedan-terei selbst bey der Deutschen Nation worden."

— „Alles dies ist bisarr und dient zu nichtsGutem. Beide Sprachen leiden dabei, selbst wennman die Eine und die Andre Sprache vollkommeninne hat; meistens fahrt Eine von beiden dabei sehrübel. tLin ^ rZoir wird daraus, unwürdig jedes ver-ständigen und vernünftigen Wesens! In Wahrheitder Geschmack für die französische Sprache bat derdeutschen Nacion einen Übeln Dienst gethan, undzum Unglück darf man kaum hcffen, einem so tiefeingewurzelten Uebel abzuhelfen. Ich sage dies allesgegen meinen Privatvortheil: denn ich verstehe dasDeutsche nur in Büchern.

Die beiden Mißbräuche, deren äußerstes Uebcr-maas ich bemerkt habe, gereichen be.iden Sprachen,der erste der Deutschen, der zweite der Deutschenund Französischen unendlich zum Schaden; sie sindaber nichts gegen einen dritten Nachtheil, der aufnichts geringeres ausgeht, als den Geist und Ge-schmack der Nation selbst im Grunde zu verderben.Und dies geschieht unfehlbar durch die Wahl einerÜbeln Lecture und durch den schlechten Gebrauch derbesten Schriften. Glaube man doch nicht, daß dieseübertriebnen Liebhaber der französischen Sprache, diesie radebrechen, ihre wahre Schönheiten und die inihr geschriebenen schätzbarsten Werke je gekannt ha-ben ? Sind sie dazu fähig? Guter Gott! DieGeistesgestalt, die ihnen die Schönheiten ihrer eignenSprache so ganz und gar mißkenntlich macht, daßsie sie vernachläßiqen und auf die- «rbäiinlichste Artverderben; diese Geistesbildungoder vielmehr diese