der Humanität. 387
der »«angestrengte milde Sinn de r Menschheit.Unbefangen siehet dieser alle Völker und zeichnet je-des aus seiner Stelle, nach seinen Sitten undGebräuchen. Unbefangen erzählt er die Begtbenhei-ten, und bemerkt, wie allenthalben nur Mäßi-gung die Volker glücklich mache und jeder Ueber,muth seine Nemesis hinter sich habe. DiesMaaß der Nemesis, nach feineren oder größe-ren Verhältnissen angewandt, ist der einzige undewige Maaßstab aller Menschengeschichte.
„Was du nicht willst, das dir geschehe, dasthue keinem andern;" die Rache kommt, ;a sie istda, bei jeder Vcrirrung, bei jedem Frevel. AlleMißverhältnisse und Unbilligkeiten, jede stolze An-maaßung, jede feindselige Verhetzung, jede Treu-losigkeit hat ihre Strafe mit oder hinter sich; jespäter, desto schrecklicher und ernster. Die Schuldder Vater haust sich mit zerschmetterndem Gewichtauf Kinder und Enkel. Gott hat den Menschennicht erlaubt, lasterhaft zu seyn, als unter demharten Gesetz der Strafe.
Wiederum belohnt sich auch in der Geschichtedas kleinste Gute. Kein vernünftiges Wort, wasje ein Weiser sprach, kein gutes Beispiel, keinStrahl auch .in der dunkelsten Nacht war je ver-kehren. Unbemerkt wirkte es fort und that Gutes.Kein Blut des Unschuldigen ward fruchtlos vergossen;jeder Seufzer des Unterdrückten stieg gen Himmelund fand zu seiner Zeit einen Helfer. Auch Thrä-nen sind in der Saat der Zeit Saamcnkörner derglücklichsten Grnte. Das Menschengeschlecht ist Ein
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