Buch 
Historischer Schauplatz in welchem die merkwürdigsten Brücken aus allen Theilen der Welt, insonderheit aber die in den vollkommensten Stand versetzte Dresdner Elb-Brücke, in saubern Prospecten, Münzen und andern Kupferstichen, vorgestellet und beschrieben werden / durch brauchbare Anmwerkungen und besondere Urkunden erläutert, auch mit nöthigen Registern versehen von Carl Christian Schramm
Entstehung
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Poetische Beschreibung

So gar die Zeit des Bans muß deren Ansehn mehren,Denn da sonst fünfzig Jahr auf so ein Werk gehören;Ward die Erweiterung in Jahr und Tag vollbracht.Warum? Augustlls hat die Anstallt selbst gemacht.Zum Nutz und Zierde stehn ovale Glaß* LaternenAn den Geländern hin, die leuchten gleich den Sternen,Es scheint die dunkle Nacht ein Heller Tag zu seyn.

Und man läßt Reifende zu Roß und Wagen ein.

Der größte Pfeiler muß das Bild des Heylands tragen,An ein vergütetes metattnes Kreuz geschlagen,

Der ohne Seitenstkch sein göttlich Angesicht,

Als lebend in die Höh zu seinem Vater richt;

Und weil sich dieser Platz durch einen Berg erhöhet,

So prägt er jeglichem, der da vorüber gehet.

Ein Trauer Denkmahl ein, denn es scheint ihm bey nahAls käm er unverhofft zum Berge Golgatha.

Nebst dem vermag der Bau, in steinern Ehrenbildern,Augustens Majestät in etwas abzuschildern,

Zwey Bilder zeigen hier Churfürstenthum und Reich,

Die so an Zier als Kunst einander beyde gleich;

In denen zierlichen halb offenen RondelenKan ein vertrautes Paar einander was erzehlen,

Wenns sich auf die von Stein gemachten Bänke setzt,Und durch ein Wortgespräch in Scherz und Ernst ergeht.Der Brücken Rand zeigt sich, in weisen Blumentöpfen,Weit beßer als ein Saal mit Hirsch und Mohrenköpfen.Ein eisern Gatterwerk, so statt der Lehnen steht.

Dient, daß auch jedes Kind mit sichern Füßen geht,

Es zieret dieß die Brück als eine Königskrone,

Damit beschenkte sie Allgustus Huld zum Lohne,

Für ihren Dienst, den sie, von Conrads Zeiten an,

Fast durch neunhundert Jahr, zwey Städten hat gethan.