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Ehrenbezeugung ihm auf Vorschlag von Sir John Herschel und Sir David Brewster (Präsidentder Klasse) auf Bericht des Prof. Herrn Colladonerwiesen worden ist 37 ).
Und merkwürdig genug: Trotzdem, dass Gon-neliasein Planimeter doch in angesehenen Fach-kreisen bekannt machte, und ihm überall allgemeinerBeifall dafür gespendet wurde, schwieg man überseine Erfindung, aus Gründen, die zu erkennen mirungeachtet der emsigsten Nachforschungen nicht ge-lungen ist. Während man in Frankreich und Deutsch land die 0ppikofersehen, von Ernst, Wetliund Hansen umgeänderten und vervollkommnetenVorrichtungen zur Flächenmessung himmelhoch er-hob und sogar nicht ermangelte, auch der minderwichtigen oder minder bekannten Planimeter, wiejene von H a r k o r t, Posener, A1 d e r, W e s t f e 1 d,Horsky, Wagner, Schmidt, Kraft, Gauss,Sang, Gier er, Decher, Bouniakowsky, Trunk,Piccard und Anderer zu erwähnen, fand sich Nie-mand 38 ) an diesen Orten, der daran erinnert hätte,dass ein italienischer Gelehrter zuerst die Planimetermit dem Kegel und der Scheibe erdacht, ausgeführtund angewendet habe; ja selbst in den italienischentechnischen Werken ist nicht viel mehr als eine Spur
37 ) II Palazzodi Cristallo — Album dell’ Esposizione Uni versale di Londra nel 1851. Milano 1851, S. 129.
38 ) Der einzige Wink, der mir über das Planimetervon Gonneil a in den sehr vielen fremden, von den Plani-metern handelnden und von mir nacligeschlagenen Werken,zu linden gelungen ist, ist in einer kurzen Anmerkung dersehr werthvollen Arbeit des Herrn Fischer enthalten: Diemechanische Planimetrie, ihre geschichtliche, theoretische undpraktische Bedeutung. (Schweizerische polytechnische Zeit-schrift XIII. Bd. 1868. Heft 2 und 3, 4, 5 und 6.)
In der That steht a.if Seite 40, indem er von Ernst’sVerbesserungen des Oppikofer’sclien Planimeter spricht, inder auf diesen Gegenstand bezüglichen Bibliographie und zuEnde der Seite in Form einer Anmerkung geschrieben:„Morin’s Not. sur div. appareils dynamometriques, Paris ,1841, pag. 38, §. 19. Ernst, Planimet. (nach Gonnella):„Kaum war es mir gelungen diese Spur zu finden, dass ichmich sogleich an Herrn Fischer, gegenwärtig Professor ander polytechnischen Schule zu München wendete, welcher sichmit der grössten Höflichkeit beeilte, mir in folgenden Aus-drücken zu antworten: „In Eile gehe ich zur BeantwortungIhrer Zeilen. Leider kann ich den gewünschten Aufschlussheute noch nicht geben, da es schon ziemlich lange her ist,seit ich jene Studien — die Planimeter betreffend — machte
von dem Bekanntsein dieser Erfindung zu bemerken 39 ).Nur der Ingenieur Guido Susani schreibt in denVerhandlungen des Ermuthigungs-Vereines von Mai land , als er von den Methoden der Flächenberech-nungen und den diesen Zwecken dienenden Instru-menten handelt, bei welchen man nach dem Augen-mass Flächenausgleichungen machen müsse, Folgen-des: 40 ) „Im Gegentheile ermöglicht das Princip,welches Herr Titus Gonnella, Professor an derAkademie der schönen Künste zu Florenz schon seitdem Jahre 1824 zuerst anwendete und welches er
und mir die damals benützte Literatur nicht mehr zugänglichist, doch will ich in kürzester Bälde suchen, Ihnen genaueAngaben zu machen. Morin’s Notices, die ich citirte, sindmeines Wissens vergriffen, ich werde suchen, mir dieselbenwieder zu verschaffen; in dem grossen Katalog der LondonerWeltausstellung — ich glaube von 1851 —finden Sie übrigensauch Andeutungen; so viel ich mich erinnere, gefunden zuhaben, hat ein gewisser Gonnella in ähnlicher Weise Ver-dienste wie Ernst in Paris ....“ Hernach verlegte ich michauf die Nachsuchung des Buches von Morin, welches nun-mehr sehr selten geworden ist, und fand davon ein Exemplarin der Bibliothek des Industriell-Museums von Turin , da ichaber keinen Wink über Gonnella fand, wandte ich michvon neuem an Prof. Fischer, welcher mir gleich mit dergewöhnlichen Freundlichkeit antwortete, dass er sich dasBuch von Morin nicht hatte verschaffen können, und dass erdarum nicht im Stande war, mir die wahre Ursache der inseiner Arbeit enthaltenen Anmerkung zu erklären, indem ermich zu gleicher Zeit über grössere Ausführlichkeiten desPlanimeters von Gonnella, an die Berichte des Preis-gerichtes der Londoner Weltausstellung vom Jahre 1851 wies,die ich schon vollkommen kannte. Ich habe mir die Freiheitgenommen, hier die Geschichte dieser meiner Nachforschungeinzuschalten, um zu zeigen, dass ich nichts unversucht ge-lassen habe, um zu erfahren, ob doch irgend ein anderer Ge-lehrter, in irgend einer Veröffentlichung dem Prof. Gonnella,durch Anerkennung des von ihm gehabten äusserst grossenAntheils an der Erfindung der Planimeter, habe Gerechtigkeitwiderfahren lassen.
39 ) Elementi di Cinematica applicata alle arti espostada C. I. Giulio ad uso delle scuole universitarie, specialie tecniche e degli Ingegneri, capi-officina e macchinisti-Seeonda edizione. S. 416. Torino Stamperia Keale, 1854.
Essais sur l’automatique pure, suivis de quelques dtudescomplementaires d’applieation par Ernest Stamm. S. 10. Milan,Daelli et C. 1863.
Trattato di Topografia teorico-pratica per l’IngegnereProfessore Pietro Fossi. Napoli 1868.
40 ) Planimetro Gonnella — Notizia di Guido Susani. (Attidella Societä d’Incoraggiamento per le Arti e Mestieri di Mi-lano, coi tipi di Giuseppe Bernardoni di G^vanni. 1855.1
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