42 Erste Abtheilung.
einem oder etlichen Jochen ruhen", einige aber von einem Ufer bis zum andernganz frey über dem Wasser schweben'', andere sind beweglich, wohin die Schlag-undFall-Brücken", Dreh-Brücken, Schiff-Brücken, Schieb-Brücken, Fehren mit undohne Seil, fliegende Brücken, Sturm-Brücken, Feld-Brücken oder komons, le-derne Brücken, Faß-und Tonnen-Brücken, u. f. f. gerechnet werden; steinerneBrücken werden entweder mit einem oder vielen gewölbeten Bogen gemachet, diePfeiler, auf denen die Bogen ruhen, müssen zur Dicke einem Drittel der Weitedes Bogens bekommen, und werden, wo der Fluß herfliesset, mit dreyeckigten, woer aber wiederum abfließet, mit runden Strebe-Pfeilern verwahret Vornem-lich aber ist bey Anlegung derer steinernen Brücken mit dahin zu sehen, daß selbi-ge zu Beförderung der breit und bequem gebauet werden, immassen dennsonst an denen Orten, wo der Raum einer Brücke mangelt, und gleichwohl einWagen dem andern begegnet, unter denen Fuhrleuten viel Verdruß entstehen kan,wiewohl man hierinne nach denen Sächsischen Rechten ? einen solchen Schluß ge-fastet, daß der leere Wagen dem beladenen, der Reuter dem Wagen, und der Ge-hende dem Mittenden weichen müsse: Im Fall auch ein Fuhrmann dem anderttzuruffet, so ist derjenige, welchem am ersten zugeruffen worden, stille zu halten,undden andern vorbey zu lassen, verbunden: Die Posten aber gehen vor, und müssenalle andere Wagen denenselbigen weichen.
§. xn.
-Wie mit de- Wie nun aber zu Anlegung tüchtiger Brücken nicht geringe Kosten erfodert
nenBrücken weichen. So verstehet sich von selbsten, daß vor dero Sonlervution alle behörigeferner zu zu tragen, die hölzernen Brücken sonderlich rein und sauber zu halten, und
erfahren. Drüber keine Person mit Licht, Lunten, angezündeten Tobacks-Pfeiffen, odergarmit Fackeln zu gehen, zu verstatten. An denen steinernen Brücken aber, so bald
etwas
Brücke in Ober-Psscl zu Vcveutsr über den Pssel-Strohm, ist ebenfalls mit hieher zu rechnen.
c. Ein Joch ist dasjenige, was von Steinwerkein Pfeiler heist, und bestehet aus vielen in denStrohm geschlagenen, bisweilen auch nur aus zweyenoder drey Reihen Pfählen, darüber sodann das ei-gentlich so genannte Joch oder Träger ruhet. Der-gleichen aus Pfählen bestandene Brücken nennetman f>0ML8 käl)liLio 8 t und kam es dabey haupt-sächlich darauf an, die Höhe und Weite der Bogennach Art der Schifffahrt und des Lommercii zu re-guliern, wovon zu Amsterdam eine besondere Jnven-tion zu sehen, besonders aber ist daselbst die Brückebey dem West-Indischen Hause zu merken, als beywelcher die hölzerne Joche auf z bis 4 Schuh weitvon einander stehen, und die Schiffe gam geraumdadurch paßiren können; in der Mitte sind zweySchlag-Brücken, die gegen einander zufallen undaufgezogen werden, wenn Schiffe von grossen Ma-sten paßiren. Es sind auch an Manchen Orten zweykleine Klappen in der Mitten, die also gemacht sind,daß, wenn ein Mast daran stößet, sie sich selbst auf-thun , und das Schiff Mit den Mast paßiren lassen,wie dergleichen unten an dem P Strohm zu sehen.Vicl. Grurm von Rollbrücken, Lap.Vl.
ck. Welche gleichsam in der Lufft zu schweben schei-ne», und sind einige derselben sonderlich in demKay-
serthum China bekannt, wie denn auch in Italiender berühmte k ^ r. Q /roivs, eben dergleichenBrücke, so 102 Fuß lang ist, vonTrento nach Vene-dig zu, über ein Gewässer, Lisinoiie, anzulegen ver-anlasset.
e. Welche an etlichen Orten mit Gegen-Gi Wich-ten, so unter der Brücke hangen, also gemachet wer-den, daß eine einzige Person ohne Mühe solche auf-und zuzumachen vermögend ist.
l- Bon denen konts cle pierro, und was, rationsderselben Anlegung, hauptsächlich zu beobachten, zie-het O ^ v n x v. I. e. p. zo mehreren Unterricht, wiedenn auch der berühmte XleLbaniLU8 und weylandgewesene Königliche Rath, Herr Jacob Leupold,I. c. verschiedenes hiervon gedenket. Von berühm-ten steinernen Brücken aber, der kome Kialto in Ve-nedig , der Brücke zu R-imini und Vincenr: ; der inRom mitStatuen bezierten Brücke vor demkort8.^nZelo, der Regenspurger Brücke über die Donau,denen steinern Mulden- und Saal-Brücken, denenFranzösischen Brücken zu ^.viZnon, her kom auLbaiiAe, dleuk undko)?a!, der Themsen - Brücke znLonden, und sonderlich denen steinern Elb-Brücken,wird unten umständlicher Bericht ertheilet werden.
8- Eandr. ^rt. H, Ickb. blX, der leere Wagensoll weichen dem schweren, der Reutendedsm Wagen,und de-r Gehende dem Reutenden. Sind sie aber
auf
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