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Der 10. August 1792 mit besonderer Rücksicht auf die Haltung des Schweizer-Garderegiments / von Dr. August von Gonzenbach
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Französischer Seits ist jener welthistorische Tag schchonvielfach umständlich und von den verschiedensten Staiand-punkten aus beschrieben worden; schweizerischer Söeitsexistirt, so viel mir bekannt, nur eine einzige einläßlilicheDarstellung, die auf historische Treue und UnbefangenlaheitAnspruch machen kann. ES ist dieß die Arbeit von CCarlMorell über das Schweizsrgarheregiment in seiner Schririft:Die Schweizecregimenter in Frankreich 1789 bis 17792.St. Gallen, 1858.

Da indessen die in den eidgenössischen Archiven lie-genden Aktenstücke durch Hrn. Morell nicht scheinen be-nutzt worden zu sein, und da mir überdieß verschieddenebisher nicht veröffentlichte handschriftliche Aufzeichnuncigenanvertraut worden sind, so erschien mir eine neue Verar-beitung jenes denkwürdigen Tages, unter Benutzpungdieser neuen schweizerischen Quellen, gerechtfertigt; istdoch, trotz der vielen französischen Darstellungen i des10. August, die Wahrheit über jenen Tag, so uweithistorische Wahrheit überhaupt möglich ist, in mancicherBeziehung erst durch die ebenso gewissenhafte als Mühe-volle Arbeit Mortimer-Ternaux's hergestellt worden.

Es mußten vorerst, um mich des bezeichnenden Aüus-drucks von Michelet zu bedienen, die verschiedenenAllllu-vionen" weggeräumt werden, mit welchen viele Schrift-steller vom Partei-Standpunkte aus jenen Schreckensötag«berschüttet hatten.

Welcher politischen Partei man auch immer angehövrenmag, die Verantworlichkeit für jenen Tag sucht Jeedervon seinen Gesinnungsgenossen abzulehnen:

die Anhänger der absoluten Monarchie, wveilsie die Erinnerung mit Schmerz erfüllt, daß am 10. Mu-gust der schwachen Hand Ludwigs XVI. das glorreiche