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Es ist das wahr und wir geben sogar ferner zu, daß ein Theildes Kapitals aus egoistischen Gründen darin ein Placement gesuchthat; aber es ist nicht minder wahr, daß weitaus die größte Summein vollem Vertrauen und ohne Gewinnsucht hier eine solide Anlagezu finden hoffte. Denken wir nur an die Summen, die aus denöffentlichen Gütern und aus den Kassen der Wittwen und Waisengeflossen sind und man wird uns Recht geben müssen, wenn wirsagen, hier hat die Vorsicht und nicht die Spekulation und Gewinn-sucht gehandelt; hier ist kein Gründerthum im schlimmen Sinne desWortes vorhanden! Sollen wir unser Auge zudrücken und unsereHand für alle diese hart Betroffenen kalt und gefühllos verschließen?Wir können das thun — aber die unparteiische Geschichte würdeeinst sagen: Es war das hart und darum nicht mehr schweizerischgedacht und gehandelt!
Doch wir wollen auf das Unglück des Einzelnen nicht weitermehr zurückkommen und Jeden seinem Schicksale überlassen; trotzalledem ist aber die Kalamität ein schwerer Schlag für denGesammt-Wohlstand des Vaterlandes; denn um die Summe, welcheverloren geht, wird auch das Nationalvermögen keiner undum die gleiche Summe die Steuerkraft des Landes geschwächt.Was also gerettet wird, das rettet man zugleich auch wieder demeigenen Lande und jeder Franken kommt wieder dem Ganzen zu gut.
Aber die Gotthardbahn ist ja nicht die einzige Bahn, die derHülfe bedarf, gibt es ja der Unternehmungen noch viele, die ebensoschlimm daran sind und wo der Beistand ebenso nöthig ist: solautet ein weiteres Bedenken. Ja wohl sind die meisten schweizer .Eisenbahnen gegenwärtig in einer Nothlage; die Einen mehr, dieAndern weniger, aber krank, schwer krank liegen sie alle darnieder.Man darf gar nicht daran denken, wie viele hundert Millionen inden Eisenbahnen vergraben liegen und wie schwer der Verlust aufdem Einzelnen und ckllf dem Gemeinwesen lastet.
Leider kann man nicht allen diesen Gesellschaften der Retter inder Noth werden, und deßhalb liegt der Schluß nahe, es sei auch