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Lothabweichungen : Formeln und Tafeln sowie einige numerische Ergebnisse für Norddeutschland : der allgemeinen Konferenz der internationalen Erdmessung im Oktober 1886 zu Berlin gewidmet
Entstehung
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Vorwort.

M» dieser Veröffentlichung beginnt das Geodätische Institut eine Reihe vonArbeiten über Lothabweichungen, die einander nach Maassgabe des Fortschreitens derrechnerischen Ergebnisse und der bekannt werdenden astronomisch-geodätischen Messun-gen folgen werden. Ihr Zweck ist ein mehrfacher.

Erstens handelt es sich dabei um Zusammenstellung der von verschiedenen Seiten,insbesondere auch seitens des Geodätischen Instituts ermittelten Lothahweichungen, unterReduktion der Angaben auf einen Centralpunkt von mittlerer Lage in Europa. Nächstder Gewinnung eines an sich interessanten Ueberblickes über die Form des Geoids inden betreffenden Gegenden soll damit die Beurtheilung der Frage ermöglicht werden,inwieweit für definitive Berechnungen der Einfluss der Lothabweichungen auf die geodä-tischen Messungen zu berücksichtigen sein wird. Die Nothwendigkeit des letzterenVorganges bei starken Lothabweichungen von mehr lokalem Charakter hat erst neuer-dings wieder bei den Gradmessungsarbeiten in der Schweiz den Gegenstand von Er-wägungen gebildet (Proces-verbal de la 28 e sdance de la Commission geodesique suisse,Neuchätel, 1885). Zweifellos haben aber auch die Lothahweichungen von allgemeineremCharakter einen Einfluss, der vor definitiven Berechnungen, die weite Gebiete umfassensollen, einer Erörterung bedarf.

Zweitens verfolgen diese Arbeiten über die Lothahweichungen den Zweck einersystematischen Ausnutzung derjenigen Kontrollen, welche sich durch Doppelbestim-mung der ostwestlichen Lothabweichungscomponenten aus geographischer Länge undAzimut ergehen und in der Form der sogenannten LAPLACEschen Gleichung auftreten.Diese Kontrollen gewinnen mit der Ausdehnung des zu untersuchenden Stückes derGeoidfläche an Bedeutung und nehmen unter den Mitteln für die Sicherung der Ergeb-nisse den ersten Rang ein, sobald Ausdehnungen von 1000 km und mehr in Fragekommen. Ihre Verwerthung ist daher unerlässlich bei Berechnungen, die nach und nachganz Europa und angrenzende Gebiete umfassen sollen.

Die Art dieser Verwerthung in Verbindung mit den geometrischen Bedingungenfür den Zusammenschluss der Dreiecksnetze durch näherungsweise, für grosse, weit-