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Das eröffnete Lust-Haus der Ober- und Nieder-Welt; bey mehrmaliger Unterredung vor dißmal so wol von der Natur, Welt, Himmel und dem Gestirn insgemein, als auch insonderheit von dem Mond, der Sonnen und allen übrigen wandelbaren Sternen; imgleichen von den Haar-Sternen oder Kometen, wie auch gestirnten Einflüssen, Stuffen-Jahren, Talismannen ... / allen Natur-, Kunst- und Tugend-liebenden Augen zu beliebiger Ergetzung angewiesen durch Erasmum Francisci
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60
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_ Der andre Diocars/ _ -

Nützlichkeit befinde: welches anders nichts ist/als der unendliche Kreisdeß geistlichenWesens/ der seinen Mittel»Puntt/ oder Centrum / allent-halben / seinen Umkreis aber nirgends / hat. Diese Erstreckung / diesewürrkliche Unendlichkeit/oder diegantze Göttliche Kugel und Substantz/ran zwar unsere Vernunfft nicht erreichen / noch begreiffen / noch in sichschließen:. unterdessen verstehet sie gleichwol/ und weiß/ dieselbe sey unend-lich/ und schwinge sich unermeßlich hoch üher unseren Verstand. Dennob ich schon weiß/ essty etwas Uncrmeßlicbcs; so brucht dennoch, solcheWiffenschaffr darum nicht zuwegrn/ daß dasselbe Unermesil»cde/vonmeinem schwachen Verstände sich erfassen und umschließen lasse: sonderndas willen und Vernebmen gibt mir allein so viel zu verstehen / solchesunendlicheund unermeßliche Wesen gehe gautz unbegreifflich / und über-schwenglich hoch über alle menschliche Vernunfft. Denn wir kennenGOtt nützt also / daßIhn der Löffel unsers Verstandes solle ergründenkönnen; und achten ihn nicht ßür endlich/ daß ihn verenge Bezirck unse-rer Vernunfft beschräncken mochte: sondern erkennen/ und glauben / ErHy so migezielt/ daß Er unbeareMich / unerforschlich / unendlich. Weisdenn nun GOtt der HErr also würcklich recht unendlich ist: so muß der-selbe auch nothwendig allenden vermeinten leeren Raum / den ihm derHerr/ ausser derWelt/ unendlich zu seyn / einbildet/mit seiner Allgegen-wart und Substantz/füllen / und durch. Ihn alle Leerheit / aller Raum/alles Nichts/ lwrch seinWesen alle Uwveslichkeit/ ausgeschlossen bleiben:Denn so wir sprechen/ essey/ über der Welt/auffer GOtt/noch Vasver-meinte Nicbre : sowerden wir gedrungen zu sagen/ GOtt sey nicht un-endlich angemerckt die Göttliche Substantz/ durch emsoiihes Nrcbrs-( dafern es nemlich einer Leerheit würde gleich geachtet) die GöttlicheSelbftsiändigkeit z:rsammen gehalten oder eingeschränckt würde: wes-ches unmöglich ist. Daraus denn abermal flieyr/die Welt bestehe nicht/mdrmvlrcdrs ^sondern/ in GOtt/ ihrem Schöpftet. Derhalbm wennder Herr ihm noch einen vermeinten Platz/ausser der Welk/einbildet; somuß er kein Nichts daraus machen; sondern die Fülle Göttlicher Sub-Kcmtz/ die mit der Unendlichkeit/ ohne Ziel/ sich erstreckt. Weil Er Allesgemacht/ erschaffen/ und hrrfürbringt: so nmnnt Er such alle Dinge auf/trägt/ hast beschleußt/und erhältsie/ inIhmstlbsten/ und ürseiner Fülle.Denn die gantzeWelt/ und alle Geschöpfte/ fevnd/ gegendemSchopfferzurechnen/ nichts'anders/ als ein Puntt/ und Nichts.

Wrnrerscbüd. Wenn GOTT der HErr alles / mit seiner Sub-stantz/ füllet : wie mag denn solches bestehen / das der Herr vorhinMtt/ was wir/ außer der Welt? in unsere Gedancken / und Einbit-