i f i4 Der drey und zwanyLgste Discurs/ ^_
beklagt/Johannes Lenrivole. Herr zuBononien/ hätte ihn sünffmalziemlich hoch und unbarmhertzig wippen lassen / weil er demselben geweiftsagt/ er solle / noch selbigen Jahrs / von Land und Leuten vertrieben we»-den/(wie auch geschehen) vomApollo verlacht worden/mitVermelden/ersey ein grosser Tyor/und seines ausgestanden Unglücks halben im gering-sten nicht zu betauren: Dieweil kluge Leute sich jederzeit wol vorsehen/daßsie nicht die erste ftyen/auch schlechten Leuten böse neue Zeitungen zu ver-künden/,oie vielweniger grossen Herren / die so dünne und kützliche Ohrenhatten: und weil diesen nichts liebers noch angenehmers könne wieder-fahren / als wann man sie/mit guter/ srölicher Botschafft/erfreue/ so seyviel ratsamer / ihnen liebkosen / schmeicheln / langes Leben und glückseligeRegierung verkünden/ und sie versichern/daß sie/ in kurtzem/ zu noch vielgrösserer Glückseligkeit sollen erhoben werden.
Alphonfi Adlerhaupc. Ein Sterndeuter möchte mir gleich gutes oder bö-Ungunst ge- ses weissagen; es gölte mir eben vrel. Wäre ich ein grosser Herr / so wol-d«n ^ ich / von dem weltberühmten Aragonischen Könige Alphonso / ein^rmiveu' nehmen. Dessen Königliche Mildigkeit pflag nicht leichtlich
jemanden zu übersehen / und übte sich zuförderst an gelehrten Leuten:darum auch Kunst-geschickte Personen stets einen leichten Zutritt zu ihmhatten. Gleichwol soller niemals einen Stern-Propheten zu sich gela-den/oder mit einiger Gnade angesehen haben. Und als einer/ von dieserKunst/redete; gab der kluge König zur Antwort: Die Scerne undGestirne haben den Thoren zu gebieten; rveise Leute aber denSternen. Darum müssens thörichte Herren seyn/ die von denSternkundigem viel halten/weil weiseFürsten dieselbe billigr.)xn»xpi- verachten. (-») Hat also dieser hochverständige König/von den Stern-4orp. ii>>. Weiffagern/viel weisiicher Mittheilt / als Philippus/ Hertzog zu Mey-i2- x-> 8 -m land- Welcher den Sterndeutern so sehr nachhing / daß er ohn ihrenRath nichts anstellete/und hierinn eben so wahnsüchtig war/als wie die' Könige deß Orients: gesialtsam er auch deßwegen einsmals den Floren-Fiorrnttiii- tinischen Abgesandten/ Antonium Puccium / ziemlich lang warten / undjchcn Adge- vergeblich um Verhör anhalten lassen: bis endlich der Sternkundiger/jantten. als sein fürnemster Rath / ihm angezeigt/ jetzt wäre es Zeit. WoraufPuccius zwar / zur Audicnh / und Anbringung seines Gewerbs beruftenworden/aber/ zu crfcheinen/sich geweigert / niit dieser örtlichen Ausrede:Wenn dem Hertzog jeyo das Gestirn günstig / so sey ihm selbi-ges hingegen nun ungünstig.
Wie übel sind manche grosse Herren/ durch diese blinde Leiter' / offtangesühtt/zumal wenn sie den Marsch ihrer Völcker/ nach ihren thörich-ten