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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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XXXV
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ging, zur Geltung brachte, wurden die eigenen Verhältnisse voll-ständiger erwogen und zur Geltung gebracht, als dies von denUnterführern gleich nach der Schlacht geschehen konnte. Dazu kam,daß die Berichte, welche mit Muße in der Waffenruhe angefertigtwurden, auch in formeller Hinsicht höheren Anforderungen ent-sprechen konnten. Sie mußten daher in jeder Beziehung nicht nuranziehender und interessanter, sondern auch bedeutender erscheinenund um so überzeugender wirken, als die dabei ausgesprochene Be-urteilung der eigenen Gefechtslage sich, in ganz anderer Weise wiedie der ersten Berichte, mit den inzwischen bekannt gewordenen all-gemeinen Verhältnissen deckte.

Man darf dabei aber nicht übersehen, daß durch die nachträg-lich hinzugekommene größere Kenntnis der allgemeinen Verhältnisseunwillkürlich auch die Phantasie und zwar um so mehr angeregtwurde, als die Berichterstatter sich nicht mehr in der Umgebungihrer Mitkämpfer in Beaune befanden, deren Erinnerungen für ihreAnschauungen ein Korrektiv hätten sein können.

Im übrigen freue ich mich aber, daß die Aufgabe, eine rich-tigere Würdigung der Stellung am Ormer Ausgang und der Be-deutung des Jnfanteriefeuers der Verteidigung, gegenüber derScherffschen Auffassung, zu sichern, gelöst erscheint, indem Hoenigin dieser Beziehung wohl nur darin irrt, daß er die gefeierteFeuerdisziplin, welche allen Beteiligten, jedem in seiner Art zu-kommt, nur einer Person zuschreibt.

Ich lasse dabei noch dahingestellt, ob auf dem Kirchhofe zeit-weise eine allgemeine Leitung des Feuers stattgefunden hat, da ichmich dieserhalb hier aus die Mitteilung dessen beschränken möchte,was ich bei meinen Anwesenheiten auf dem Kirchhofe, als ich mitNer^e und auch Feige verhandelte, wahrgenommen habe.

Wenn aber zu jener Geschichtserzähluug der 57er, welchersich das Hoenigsche Werk angeschlossen hat, der Zusatz gemachtwird:

Von dieser Darstellung weichen mir sonst zugekommeneAngaben ab. Zur Begründung der meinigen führe ich an,daß im wesentlichen die amtlichen Berichte des HauptmannFeige und des Premierlieutenant Lancelle im Kriegsarchivdes großen Generalstabes übereinstimmen.