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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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Bataillon Apenrade bestimmten Mannschaft, nach dem Mittelrheineingeschifft, die II. Armee unter dem Prinzen Friedrich Karl, derwir zugeteilt waren, ihren Vormarsch in der Richtung von Binger-brück nach Homburg und Neukirchen bewerkstelligte.

Überall wurden wir, auf der ganzen Fahrt, auf das Herzlichstebegrüßt und auch von einfachen Leuten mit allerlei Aufmerksam-keiten bewirtet. Da meine Compagnie viele Hammenser hatte, warunser Eintreffen in dieser Stadt ausgeklingelt worden und trotzder Nachtzeit, in welcher wir den Bahnhof passierten, alles zu un-serem Empfange auf den Beinen. Man sonderte sich in einzelneGruppen ab, die Stimmung blieb aber eine würdige, und ging dieOrdnung nirgends verloren.

Da es bei solchen Militärtransporten nicht immer schnell geht,indem die schlagenden Truppen in erster Linie berücksichtigt werdenmüssen, erreichten wir unser Ziel Mainz-Castell erst in der folgen-den Nacht. Hier wurde ich mit meiner Compagnie, unter Voran-tritt von Laternen, in Erbenheim, einem reichen Bauerndorf aufder Höhe, einquartiert. An einem Ruhetage besuchte ich das nahebclegene, jetzt von allen Fremden verlassene Wiesbaden und be-wunderte die köstliche Vegetation der Umgegend und die bekannterussische Kapelle mit ihrer goldenen Kuppel.

Der Armee, welcher wir zugeteilt waren, zu folgen, passiertenwir am 13. oder 14. August die Mainzer Rheinbrücke und kamennach Elsheim, an den zunächst folgenden Tagen nach Meisenheim,Cusel, Altenglan, den 18. nach Waldmohr ins Quartier.

Der Weg führte uns zwischen herrlichen Weinbergen, zunächstder Nahe, dann dem Glanbache entlang. In der Ferne sahen wirdabei den stattlichen Donnersberg. Überall kamen uns die Be-wohner, in der Freude über die schon glänzenden Erfolge unsererWaffen bei Weißenbnrg, Wörth und Spichern auf dasFreundlichste entgegen, am schönsten in Steinbach, einer Ortschaftmit nur 200 Seelen, einfachen Menschen. Als wir hier Rendez-vous machten, kamen alle uns zu begrüßen, groß und klein, altund jung, jeder, auch der Ärmste hatte einen Korb mit Kaffee,Brot und Eiern und ruhete nicht, bis man davon genommen hatte.Dabei hörten wir, daß sie es in ähnlicher Weise mit jeder durch-passierenden Truppe machten. Ganz gerührt, brachten wir ihnen