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lebhafte Hochs, zuletzt als wir den Ort passierten und sie unsauch hier den Abschied zuwinkten. Gott lohne ihnen die opfer-bereite Liebe fürs Vaterland!
In Waldmohr, wo ich bei einem liebenswürdigen bayerischenArzte, der mein Vertrauen fand, im Quartier lag und einen Ruhe-tag hatte, nahm ich Veranlassung, meine Revierkranken einer Super-revision unterwerfen zu lassen. Das Bataillon war ohne Arzt aus-gerückt und hatte der Commandeur, den Bestimmungen entsprechend,einen Zivilarzt auf Diäten engagiert. Das Schicksal hatte unshierbei einen Mann zugeführt, den man einen Abenteurer nennenkann, sagte er doch von sich selbst, daß er unter Walcker den Kriegin Costa Rica abwechselnd als Generalarzt und Chef der Artilleriemitgemacht habe, so daß man ihn fragen konnte: „er habe alsdannwohl die Kranken, welche er nicht heilen konnte, totschießen lassen".
Wir Compagnieführer hatten dadurch von ihm zu leiden, daßer Leute, welche über ihre Füße klagten, ohne zwingenden Grundfahren lassen wollte. Da unsere Vorstellungen an seiner Methodenichts änderten, mußte man sich selbst helfen, wenn die Disziplindurch seine Nachsicht nicht leiden sollte, und ließ ich verschiedeneKranke, von denen ich überzeugt war, daß sie es vertragen konnten,auf meine Verantwortung nach wie vor marschieren. In derSorge, damit einem oder dem andern, ohne es zu wollen, zu nahezu treten, bat ich meinen Wirt, zugegen zu sei», wenn ich mir dieFüße der Betreffenden zeigen lasse, sie sich wie von ungefähr mitanzusehen und mir seine Meinung später nicht vorzuenthalten. Ichhatte die Genugthuung, daß dieser meiner Auffassung überall bei-stimmte. Ich blieb daher bei meiner Weise der Überwachung derFußkranken und hatte bis zuletzt wenig Kranke und eine guteMarschdisziplin.