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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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die Bayern hatten den Eindruck, daß man nicht recht zu zielenverstand und wollten wissen, daß es der Besatzung an gelerntenArtilleristen fehle.

Übrigens feuerten auch die Bayern, welche 24 sechspfündigeGeschütze und einige Mörserbatterieen zur Ausstellung gebrachthatten, die unausgesetzt in Thätigkeit waren, ohne den gewünschtenErfolg. Es war ihnen nicht geglückt, einige Festungsräume, wiesie wollten, zu sprengen oder in Brand zu stecken. Jetzt richtetenSie ihre Geschütze auf die wehrlose Stadt. Diese hatte in derNacht gebrannt und rauchte noch.

Vergebens hatte ein Parlamentär gebeten, das Feuer wenigstenszeitweise einzustellen und die Bewohner ziehen zu lassen. Derbayerische Befehlshaber war nicht daraus eingegangen, weil er denKommandanten der Festung zwingen wollte, zu kapitulieren. Das Zielder Übergabe zu erreichen, erwartete man nur noch einige 24pfünder.

In dieser Zeit starb einer meiner Landwehrleute und wurdeauf meine Veranlassung mit allen möglichen Feierlichkeiten begraben.Ein Verwandter, Pastor Diedrich, und ein Kaufmann Voß ausPelkum holten die Leiche nachhause. Bei dem Begräbnis klagtemir der deutsche evangelische Stadtgeistliche, ein Herr Schmidtaus Straßburg, daß die Katholiken diesen Krieg zu einem Religions-kriege zu stempeln suchten.

Schon war in unserem Kantonnement die innere Ordnung her-gestellt, als mein Bataillonscommandeur seinen Stab nach Saar-gemünde verlegte. Mir war dies insofern nicht unerwünscht, alsdamit die zu große Inanspruchnahme, welche meine doppelte Thätig-keit verursachte, nachlassen mußte.

Das kameradschaftliche Leben ging den gewohnten Weg. Das-selbe hatte sich, infolge der liebenswürdigen Art des Kommandanten,angenehm gestaltet.

Mittags speisten wir zusammen in einem Hotel für unser Geld.Die Stadt zahlte aber eine Zulage. Den Abend verbrachten wirin einem Cafö sranyais. Es fehlte uns nicht an Gästen. Teil-nahme fand ein alter Herr v. Zitzwitz-Bornzin, der sich um dasLeben von zwei Söhnen vor Metz, den einen als Verwundeten,den andern als Kranken bangte; das allgemeine Interesse erwecktedie Ankunft unseres deutschen Präfekten, eines Grasen Henckel,