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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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des schlesischcn Zinkgrafen", der mit einer Französin verheiratet,in Paris sein Heim hatte und sich bei uns mit einem großenHausstand, persönlich liebenswürdig, als granä soignour einführte.Es dauerte nicht lange, so empfing er des Abends bei sich zu einerPartie, zu deren regelmäßigen Teilhabern der Kommandant undmein Freund Bardeleben gehörte.

Der Hauptgegenstand unserer Unterhaltungen waren natürlichdie Erfolge unserer Waffen und die Verluste der einzelnen Truppen-teile. Bis zum 25. August wußte man von den 16ern in Saar-gemines nur, daß an Offizieren der Oberst und Regimentscomman-deur v. Brixen, die Hauptleute Mebes, v. Arnim und Schölten, dieLieutenants Wenborne, v. Arnim II, v. Eynatten und Grüner ge-fallen, der Major v. Kalinowski, die Hauptleute v. Lieres, Brunsund v. Borell, die Lieutenants v. Hövel und v. Arentsschild ver-wundet waren. Vom Hauptmann v. Ascheraden hieß es, daß ergefangen sei, vom Lieutenant Schwartz, daß er beide Beine ver-loren habe.

Weitere Nachrichten zu erhalten, begab ich mich nach Saar-brücken, wo die Feldpost unsere Briefe vor der Ausgabe in einemgroßen Schuppen, auf langen Tafeln, truppenweise sortiert, aufge-stapelt hatte. Ganz bequem konnte man sich hier seine Briefe,wenn man vorgelassen wurde, heraussuchen. Aus den meinenerfuhr ich diesmal, daß zwei Fähnriche der Garde meines Namensvor Metz gefallen waren und daß ein Vetter, der Rittmeister v. Hinden-burg, zu den Gardedragonern gehörte, welche bei Mars-la-Tourihr Leben für die 16er eingesetzt hatten. Dabei war mir dieserOrt, der das Grab so vieler Regimentskameraden geworden, dadurchmerkwürdig, daß bei der Occupation im Jahre 1817 mein Vaterdaselbst mit seiner Familie garnisoniert hatte und eine meinerSchwestern daselbst geboren war.

Ein andermal, es war am 30. August, beritt ich mit Barde-leben die Spicherer Höhen.Es ist schauerlich schön zu wissen",schrieb ich nachhause,daß Angehörige unserer Armee dies Fclsennest,aus welchem die Franzosen ungefährdet ihre todbringenden Geschossezu entsenden vermochten, erstürmt haben." Bei solcher Gelegenheittraf ich in Saarbrücken den Major v. Böhn, als dieser mit seinemBataillon 76er die Stadt passierte, um vor Metz zu rücken und