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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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dock (als Burschen) zu dem geliebten Regiment. Nach einem Briefedes Regimentsadjutanten (Wolzogen) verdanke ich meine BerufungSannow (als Führer des Regiments) und steht der Stab nördlichvon Metz in Semscourt.

Ich werde morgen per Bahn nach Remillies und dann übersSchlachtfeld vom 14., meine Compagnie aussuchen. Ein Bataillonwird mir nicht blühen.

Der Koffer wegen, welche ich mit mir führe, wird es seineSchwierigkeit haben, fortzukommen, da es an Wagen fehlen dürfte.

Durch mein Kommando bei der Landwehr bin ich nicht ärmeran Erfahrungen geworden. Möchte ich sie nützen können. (Manmuß aber mit sich abschließen.) Für alle Fälle habe ich dahervorgestern eine testamentarische Aufzeichnung gemacht, in welcher ichDir die größte Unabhängigkeit zugebilligt habe. Ich habe Dir da-bei empfohlen, den Onkel Böhn in Stolp als Beistand zu nehmen."

Inzwischen ging die Befchwerdesache ihren vorschriftsmäßigenWeg. Als ich in Courcelles den Chef des Stabes der General-etappeninfpektion der 2. Armee, Major Löwe, zu dem ich alsspäteren Regimentskameraden in ein freundschaftliches Verhältnistrat, von den Vorgängen mit der Bitte in Kenntnis setzte, meinInteresse wahrzunehmen, erwiderte dieser in seiner drastischenWeise:Ich werde es hieran nicht fehlen lassen, kann aber dieAkten nicht verschwinden lassen, wenn sie, wie Sie sagen, an michgelangen."

Ich beruhigte mich, wußte ich ja auch, daß sie manches Guteenthalten würden.Ich versichere Ihnen", schrieb mir der Oberstv. Plötz noch nach Jahren,daß ich während des ganzen Feld-zuges, wo ich doch so viele und verschiedene Besatzungstruppenunter meinem Befehl gehabt zu haben die Ehre hatte, mit keinemeinzigen Osfiziercorps so glückliche und heitere Stunden verlebthabe als mit den Kameraden des Unnaer Bataillons. War dochdieses Bataillon Offiziere und Mannschaft in jeder Be-ziehung vorzüglich.

Namentlich danke ich Ihnen, mein hochverehrter Natzmer, fürIhre mir unausgesetzt geleistete Unterstützung. Mit solcher Unter-stützung läßt sich auch das schwerste Kommando leicht führen."