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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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folgenden Tagen mit dem gewohnten Eifer versehen war, glaubteich schon, da der Mann nichts von sich hören ließ, daß die Maßregelunter den obwaltenden kriegerischen Umständen keinen schlechten Ein-druck gemacht habe, als ich, nach mehreren Tagen zu meinem Comman-deur berufen, von diesem zu hören bekam:Natzmer, Sie haben einenLandwehrmann geschlagen", ein Vorwurf, den ich mit der Erklärungbeantwortete, daß eine Beschwerde an mich auf dem Dienstwegenicht gelangt sei. Es stellte sich jetzt heraus, daß die betreffendeMitteilung von dem Doktor und zwar nur auf Grund einer Klat-scherei seines Burschen gemacht sei. Ich versicherte, daß ich auchjetzt die Beschwerde, obwohl meines Erachtens die Zeit dazu be-reits verstrichen sei, nicht zurückweisen werde. Es wurde be-schlossen, das Weitere abzuwarten. Natürlich kam nun die Klage.Ich ließ sie weitergehen und erwartete meine Bestrafung, waraber nicht wenig erstaunt, von dem Kommandanten, an den dieSache abgegeben war, zu hören, daß er mich beklage, aber aufden Vortrag des Auditeurs das gerichtliche Verfahren gegenmich einleiten müsse. Unter solchen Eindrücken schrieb ich da-mals:Statt Lorbeeren zu ernten, werde ich am Ende Arrest er-halten."

Wer beschreibt nun mein Entzücken, als ich von dem stellver-tretenden Generalkommando in Hannover die telegraphische Anfrageerhielt:Ist Hauptmann v. Natzmer abkömmlich." Ohne jemandetwas zu sagen, antwortete ich umgehendjederzeit" und erhieltden Bescheidnach erfolgter Ablösung durch einen hierzu bereitsin Marsch gesetzten Offizier aus Aurich, mich zu meinem Regimentvor Metz zu begeben".

Mein Ersatzmann war ein Hauptmann der Landwehr, Wen-dvrf.

Der Major dankte mir vor der hierzu versammelten Mann-schaft für meine Leistungen und sprach die Hoffnung aus, daß dieCompagnie ihre ausgezeichnete Haltung auch in der Zukunft be-thätigen werde, und als ich Gelegenheit fand, ihm für seine freund-lichen Worte zu danken, bekräftigte er diese durch den Zusatzsieseien die mir schuldige Wahrheit".

Nachdem ich mich verabschiedet hatte, schrieb ich nachhause:Nun ziehe ich mit meinen beiden Pferden und dem braven Ru-

v. Natzmer, Bei der Landwehr, vor Metz rc. 2