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wünschten Weise ausgesprochen hätten. Er klopfte dabei auf seineTasche, in welcher das Schriftstück verborgen war. Gleich dar-auf wurde alarmiert und der Oberst in dem sich anschließendenGefechte schwer verwundet. Das Schriftstück ist dabei verloren ge-gangen.
Inzwischen erhielt ich das nachstehende Schreiben von meinemFreund Bardeleben:
„Saargemünd, 2. 10. 70.
„Der Bericht des Obersten v. Plötz ist vortrefflich.
„Interessieren wird es Sie, daß wir im Laufe der Woche schonnach Pont-ä-Mousson vorrücken, so daß wir einander näher sind.Ihren Degen nehme ich mit, aber wohin dirigiere ich ihn, wennder Krieg beendigt? Hoffentlich an den Herrn Major.
„Diese Zeilen waren eben zum Abschicken fertig, da kommt Ihrlieber Brief, der mich außerordentlich erfreut hat, und für den ichIhnen herzlich dankbar bin. Wie ist es schön, daß Sie in so an-gemessener Thätigkeit sich befinden und wirklich den Krieg von An-gesicht zu Angesicht sehen. Der treue Gott möge seine schützendeHand über Sie walten lassen und Sie Ihrer trefflichen Gattinund Ihren Kindern erhalten.
.Ich hoffe, daß unser Ausmarsch nach Pont-ä-Mousson bal-digst erfolgen soll, dies absolute Bummlerleben ist für die Dauerentsetzlich für mich.
„Schlichting hat mit Hahniel ein Kommando, um Franktireurszn suchen, er ist schon vier Tage fort.
„Saargemünd, 9. 10. 70.
„tzuiä novi ox ^.Krika, werden Sie mich fragen?
„Ja zunächst bleiben wir noch wahrscheinlich bis künftigenDonnerstag hier, um, von sächsischer Landwehr abgelöst, nach vier-tägigem Marsch in Pont-K-Mousson einzurücken. Ich segne dieStunde, in welcher wir vorwärts rücken. Seit Ihrem Fortgangeist mir der Aufenthalt hier in seiner ausschließlich materiellen Be-häbigkeit entsetzlich zuwider.
„Die Compagnieen sind vollständig zerrissen, ich habe an siebenOrten Kommandos gegen Rinderpest und für Telegraphenschutzund in looo etwa 16 dienstfähige Leute, jede Lust zum Dienst istmir total verleidet, entweder voran, oder zurück zur gewohnten Ar-