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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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gelungen wäre, überall eine scharfe Richtung, so daß ich michdieserhalb am anderen Morgen nicht zu schämen brauchte.

Dabei zeigten sich die Franzosen auch gefügig, als sie dieihnen in Aussicht gestellte Verpflegung statt am Abend erst amanderen Morgen erhielten, an welchem mein Adjutant die Vertei-lung der Lebensmittel mit Geschick leitete. Sie halfen sich auchselbst, indem sie, sobald sie den Lagerplatz betreten hatten, ihreZelte aufschlugen und kochten, man wußte nicht was und womit.

Am anderen Tage gewahrte man allerdings, daß ihnen auchdas letzte Cäsarpsählchen und Gesträuch, mit welchem unsere Wolfs-gruben an den Schanzen gespickt und unsere Verhaue versehenwaren, nicht entgangen war. Im weiteren Verlauf des Tageswurden die Franzosen von anderen hierzu bestimmten Truppenteilenzur Bahn eskortiert.

Der Prinz Feldmarschall zeichnete uns, seine Armee, durcheine ehrende Ansprache aus:Ich erkenne gern und dankbar EureTapferkeit an, aber nicht sie allein, beinah höher stelle ich EurenGehorsam und den Gleichmut, die Freudigkeit, die Hingebung imErtragen von Beschwerden allerlei Art, das kennzeichnet den gutenSoldaten."

Frohen Mutes verließ das Regiment am 2. November, beischönem Wetter, die Baracken von Maizieres, marschierte an derTste der 19. Division und paradierte in Metz vor dem komman-dierenden General.

Hier traf ich einen Verwandten, den Oberstlieutenant Maxv. Blumenthal, der mich in freundlichster Weise in einem Kloster,in welchem er einquartiert war, bewirtete.

Schon hatte ich nachhause geschrieben:Ich werde in Pont äMousson meine Kameraden von der Landwehr treffen.

Es heißt, daß wir über Toul nach Trotzes gehen. Wir ge-hören zur zweiten Armee des Prinzen Friedrich Karl", als dasnachstehende Schreiben von Freund Bardeleben einging:Pont a Mousson, den 29. Oktober. Ich hatte keine Ahnung,daß Sie dekoriert wurden, sondern war nur glücklich, daß ich »achden Zeitungsnachrichten Sie erhalten wußte. Ich habe gesternIhren Brief vorgelesen und bei Werthern, Thieme und Steffen,das weiß ich gewiß, große Freude erregt. Als ich Ihren Brief