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Nach der anstrengenden Zeit vor Metz waren die ersten nichtallzu großen Märsche eine wahre Erholung. Schönes Wetter,gute Quartiere, vortreffliche Straßen und ausreichende Verpflegunghoben die Stimmung der Mannschaften. Der Gesundheitszustandbesserte sich und blieb auch günstig als Mitte November kalte Tageeintraten.
Eine vom Ersatzbataillon eintreffende Sendung mit Klei-dungsstücken ermöglichte es, daß am 6. November Handschuheund Ohrenklappen und an fast alle Leute Kapotten, die gute Diensteleisten sollten, ausgegeben werden konnten.
Die Quartiere des ersten Bataillons waren Sillegntz. Dieu-louard, Toul, Blenod les Toul, Maxetz, Grand, Andelot, Jonchery,Latrecey. War anfangs das Verhalten der Bevölkerung ein fast zu-vorkommendes, so änderte sich das, je mehr man nach Westen kam.
Es hieß, daß der Widerstand von Langers und Chaumont ge-nährt werde, dieser Ort und Trotzes vonseiten der Volksbewaffnung,welche Gambetta ins Leben gerufen hatte, besetzt und mit Be-festigungen umgeben seien. In der That blieb die Gegend vonLangers ein fruchtbares Feld für die Franctireurs.
Schon hatte der kommandierende General am 5. befohlen:„Mit dem Überschreiten der Linie Toul-Nancy tritt das Corps inGegenden ein, die noch nicht von deutschen Truppen betreten sind.
„Ein Zusammenstoß mit größeren feindlichen Massen ist in denersten Tagen nicht zu erwarten. Dagegen wird man darauf vor-bereitet sein müssen, von bewaffneten Banden belästigt zu werden.Es werden daher Artillerie, Kavallerie und Fuhrwesen möglichstmit Infanterie gemischt unterzubringen sein.
.Alle Orte, in welchen eine Truppe Quartier nimmt, sind zuentwaffnen, die Waffen zu vernichten. Es dürfen bei Nacht unddurch Wälder auf weitere Entfernungen nicht einzelne Offiziere undMannschaften mit Aufträgen entsandt werden. Die Feldpost gehtmit Eskorte. Ich ersuche, sich aller Äußerungen über künftigeMärsche in Briefen zu enthalten. In Colombey und Neuschateausind Etappen zu errichten, zu deren Besatzung Marode zu verwen-den sind. Die Breite, in der marschiert wird, wird es hoffentlichgestatten, daß Offiziere und Mannschaften Quartiere mit Verpflegungerhalten. Gelingt das nicht, muß requiriert oder gekauft werden.