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zieres stark vom Feinde besetzt war, ließ ich die Brigade Valentiniauf diesen Ort abbiegen. Sie hat ihn genommen und ist nochjetzt auf der Verfolgung begriffen.
„Wie das anliegende Tagebuch ergiebt, hat das 10. Armee-corps heute drei Divisionen sich gegenüber gehabt und deren Plänevereitelt und seine eigene Aufgabe, insbesondere die Heranziehungder beiden Brigaden in Montargis, gelöst.
„Alle Truppen haben sich sehr gut benommen, es gereicht mirzur Freude, auch das Verhalten der hessischen Reiter rühmen zukönnen."
Später brachte man in Erfahrung, daß die Truppen vor un-serer Front dem 20. Corps angehörten und nicht dem GeneralMichel, welcher zur Führung einer Kavalleriedivision zum 16. Corpsübertrat, sondern dem General Crouzat unterstellt waren.
Das Oberkommando erblickte in den Nachrichten eine Bestä-tigung der Einleitung der von ihm gewünschten feindlichen Offen-sive und traf allerlei Maßnahmen zu einer gesicherten Abwehr.Dazu gehörte die beschleunigte Heranziehung der auf seinem rechtenFlügel befindlichen Armeeabteilung des Großherzogs. Indem esaber seine Entschlüsse von dem Eintreffen derselben abhängigmachte, versäumte es den richtigen Moment, sich zu konzentrierenund manöverierte, wo es die Entscheidung bringen konnte.
Als wir am 24. gegen 3 Uhr, wo das Schölersche Rekognos-zierungsdetachement einrückte, unsere alten Plätze einnahmen, warenwir in Orme sehr niedergeschlagen, daß in unserer Abwesenheit eineKrankenträgerabteilung den Weinkeller unseres Chateaus, das Ein-zige, was wir von dem verwunschenen Schloß hatten, vollständiggeräumt hatte. Ohne es zu wollen schadet mau so im Kriege oftden eigenen Kameraden.
Am 24. abends berichtete Crouzat nach Tours: „Ich weißnicht, ob der Angriff sich diese Nacht oder morgen früh erneuernwird. Die Stellung ist sehr gefährdet, denn der Feind scheintauf der Straße Montargis-Beaune la Rolande-Pithiviers überLadon sehr stark zu sein. Ich habe zwei Divisionen zwischenMontliard und Bellegarde, eine Brigade sperrt die Straße vonBeaune, eine andere die von Ladon. Ich erwarte Ihre Be-fehle. "