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ment den Befehl erhalten, nur einen Offizier zum Kreuz erster Klassevorzuschlagen.
„Man hat dem Regiment für Beaune auch nur drei Kreuzezweiter Klasse für Offiziere und sieben Kreuze für Gemeine undUnteroffiziere gegeben. General v. Wedelt hat den Pour le merite mitEichenlaub erhalten.
„Von meiner Frau höre ich, daß Sie gottlob so weit hergestelltsind, daß Sie persönlich am Aufbau des Weihnachtstisches sich be-teiligen konnten; möge Ihre Genesung in gleichem Maße auch fernerfortschreiten.
„Gestern besuchte ich unsern armen Dziobeck, der hier im La-zarett liegt. Er erhielt am 20. v. Mts. einen Schuß am Kopfe,der ihm das Auge kostet. Bisher ging es ihm gut, seit einigenTagen klagt er aber über heftige Schmerzen und ist er so mattgeworden, daß er nicht stehen kann.
„Major v. Scherst, der unmittelbar vor Tours am 21. ver-wundet wurde, geht es gut.
„General v. Wedel! hat sich gestern auch krank gemeldet undführt Cranach die Brigade. Das Häuflein wird immer kleiner.
„Hauptmann v. Lancizolle führt das 1. Bataillon, da er älterals Schreiber ist und dieser wieder die 9. Compagnie; dieserewige Wechsel ist unerträglich und leidet entschieden der Dienst dar-unter.
„Wahrscheinlich werden wir heute Mittag die 37. Brigadevom Vorposten ablösen und will ich an das Packen der Sachendenken.
.Ihrem lieben Frauchen sowie den Kindern und meinem kleinenPatchen die herzlichsten Grüße, Ihrer ganzen Familie meine bestenGlückwünsche für das angefangene Jahr."
Ich war sehr niedergeschlagen über die geringe Zahl der Aus-zeichnungen, mit welchen meine Mitkämpfer bedacht waren. Umso mehr war ich unter allen anderen Glückwünschen beschämt durchdie nachstehenden Zeilen eines dieser Herren:
„Blois, 13. 1. 71.
„Hochgeehrter Herr Hauptmann!
„Die Aufregung der letzten Wochen haben mir bislang nochnicht Zeit gelüsten, Ihnen die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen,
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