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Es kann mir nicht beikommen, die Richtigkeit dieser Erinne-rungen zu bestreiten, da ich bei dem Vorgang nicht zugegenwar. Immerhin handelte es sich hierbei aber doch nicht um einheroisches Vorhaben, wie der Verfasser den Anspruch erhebt, unsglauben zu machen, indem er den Vorgang wie ein Ereignisgleich der Konvention von Tauroggen und den Führer der klei-nen Abteilung als einen Feldherrn wie Jorck hinstellt, der, demKönige die Freiheit des Entschlusses wiederzugeben, dem Wohledes Vaterlandes die eigene Existenz opferte, sondern meines Be-dünkens nur um die Frage, wie sich die kleine Abteilung der dro-henden Umfassung des Feindes gegenüber, wenn nicht retten, so imRahmen der Schlachtordnung fechtend nach dem befohlenen Rendez-vous zurückziehen konnte. Wäre es anders gewesen, so könnteman es nicht loben, denn was sollte aus der Kriegführung wer-den, wenn jeder detachierte Subalternosfizier und Hauptmann, nochdazu in einer Schlacht, welche die größte Präcision erfordert, nachseinem Sentimenr eine andere als die vorgeschriebene Verwendungsich wählen dürste, ganz abgesehen davon, daß H. Feige die Be-dürfnisse der Verteidigung einem Angriff gegenüber, über welchensich unser Generalstab sogar sein Urteil erst bildete, nicht kennenkonnte und er sich durch das Mittel der hin- und herleitendenAdjutanten noch in der Hand seiner Vorgesetzten befand.
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Merkwürdiger Weise hat Hauptmann Feige, nach Hoenig, seinenEntschluß, in Beaune zu bleiben, an der Lisiere des Städtchens bereitsaufgegeben, denn es heißt hier: „es scheint, daß 7/57 (Feige) beab-sichtigt hatte, den Kirchhof östlich zu umgehen, während 5/57 (Lancelle)ihn westlich umgehen wollte. In Ausführung dieser Absichten ge-langte Hauptmann Feige zum Hauptmann v. Natzmer."
Premierlieutenant Lancelle umging aber nicht den Kirchhof aufder anderen Seite, sondern folgte Hauptmann Feige nach und inder Straße, in welcher dieser mit mir zusammentraf, als er denEingang des Kirchhofs bereits eine Strecke hinter sich hatte.
Die Ehre des freien Entschlusses zur Geltung zu bringen, wirdnun die Schilderung meines Zusammentreffens mit Hauptmann Feigebenutzt, diesen einen Seelenkampf führen zu lassen, in welchem der