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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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Bedenkt man dabei, in welcher Lage sich der OberstlieutenantSannow mit seinem Regiment befand, daß die vorgesetzten Stäbemit den auf dem linken Flügel befindlichen 57ern, den Pionieren,den Reitern und der Artillerie stillschweigend nach Norden abzogenund er, im Bewußtsein seiner Verlassenheit, ohne jede Reserve,sich und die Fahnen des Regiments wenigstens gegen einen Über-fall ini Rücken zu sichern, zu ihrer Deckung aus der eigenenschwachen und bedrohten Front noch einen Zng herausziehen mußte,so kann man, angesichts der erzielten Erfolge, die klare Beurteilungder Verhältnisse und die Festigkeit, mit welcher er an der ihm ge-stellten Aufgabe, Beaune zu halten, unentwegt festhielt, nicht genugehren.

Was wäre aus der Brigade, dem Corps, was schließlich ausder Belagerung von Paris geworden, wenn Sannow, wozu er vordem Richterstuhl der beiden Stäbe berechtigt gewesen wäre, auchnur den Versuch gemacht hätte, sich mit seinem Regiment abzu-ziehen.

H. Hoenig erwähnt hiervon in seinem Werke nichts, obwohlsich in meinem P. M. vom Jahre 1873 schon die Notiz findet,daß der Oberstl. Sannow mir habe mitteilen lassen,daß Beauneeventuell mit dem Bajonett gehalten werden müsse, da ein Rück-zug nicht mehr möglich sei und daß ich hierauf melden ließ: ich

werde meinen Platz jedenfalls halten".

Und was soll man dazu sagen, daß H. Hoenig, wie es scheint,aus diesem Vorgang einen Anlaß genommen hat, einen neuen Seelen-kampf des Hauptmann Feige vorzuführen, in welchem dieser sichden Mitrailleusen gegenüber zu dem Entschluß durchkämpft, es beider Verteidigung auf einen Bajonettkampf ankommen zu lassen?Hat er nicht die abhängige Stellung des H. Feige von mir und

nicht den Umstand bedacht, daß die 57er auch auf dem Kirchhof

nicht allein waren. Jedenfalls hat kein Offizier des 16. Regimentseine auch nur ähnliche Äußerung des H. Feige gehört, und schildertder jetzige Oberstlieutenant v. Ner^e den entsprechenden Vorgang,in Übereinstimmungen mit meinen und seinen eigenen Aufzeich-nungen vom Jahre 1873, ganz anders ^). Es wird daher schonrichtig sein, was mir der Oberstlieutenant Knauer in dieser Be-ziehung geschrieben hat:

v. N a tz m c r, Bei der Landwehr, vor Metz rc.

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