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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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Am nächsten Morgen, also am 29sten, war niemand zweifel-haft, daß das 16. Regiment ich setze hinzu: mit den vier Zü-gen 57 durch seine zähe und überaus energische Verteidigungvon Beaune diese Stadt gehalten hatte und daß die Umgehungund das Erdrücken unseres rechten Flügels nicht etwa durch die57er, sondern durch das Feuer und die aufopfernde Thätigkeit derbeiden Batterieen, welche der Brigade Wedelt zugeteilt waren undder reitenden Batterieen verhindert wurde."

Es ist dies auch der Standpunkt der zur Beurteilung berufenenVorgesetzten, der Generale v. Voigts-Rhetz und v. Woyna gewesen.Wir 16er wollen uns ihr auf dem Schlachtselde gewonnenes Urteilnicht durch irgendwelche Düfteleien aus den Akten nehmen lassen.Niemand als der Kaiser wird in der Lage sein, dem 16. Regi-ment die ihm von den Feldherren zuerkannten Lorbeeren zu neh-men. Eine den Thatsachen nachgehende, sachliche Forschung wirddadurch nicht verkümmert.

Niemand kann es mir hiernach verdenken, daß ich auch gegen dasmir in der Vorrede gespendete Lob protestiere. Es heißt daselbst:Der unermüdlichen Thätigkeit und Umsicht des H. v. Natzmer ist eszu danken, daß noch rechtzeitig Südwestbeaune besetzt werden konnte."Ich lege gegen das Lob Verwahrung ein, weil es schließlich auseine Verherrlichung der 57er und des H. Feige auf Kosten der16er hinausläuft und berühre damit den Punkt, von dem ichausgegangen bin. Meines Bedünkens ist die Hoenigsche Darstel-lung der Verteidigung von Beaune, soweit die genannten beidenRegimenter davon berührt werden, weniger eine Geschichte diesesTeiles der Schlacht als eine Tendenzschrift für die 57er, gegenwelche ich um der Wahrheit willen protestiere.

Ich spreche dies um so ungeschminkter aus, als der Verfassernoch andere Publikationen dieser Art in Aussicht stellt, dabei denAnspruch erhebt, das offizielle Aktenmaterial hinter sich zu haben.

Es scheint mir, daß der Verfasser, den man in seiner Ge-schichte der beiden Brigaden diktatorisch genannt hat, in demVolkskriege insofern dem General v. Verdy nacheifern möchte, alser das Ziel, das kriegerische Wissen und Können anzuregen, jetztauf dem Wege der Erwägungen sucht.

Wer wollte dies, wenn es der Fall wäre, tadeln, denn wir