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den Führer einer Compagnie, einen Hauptniann Lehman», in der Lisiere desGehöftes tot liegend gesunden haben. Friede seiner Asche!
6) Die Schanze lag etwa 200 Schritt von LeS grandcS TapeS.
ES heißt, daß von hier aus auch die 57er die von LeS grandeö TapeS ab-ziehenden Franzosen aus der Flanke beschossen haben, während wir, die Be-satzung von LeS grandcS TapeS, dies aus der Front thaten.
Im übrigen hatte sich da« Gefecht des Tages so gestaltet, daß die 57ernicht aus LeS grandeS TapeS, sondern aus FranclochampS vorstürmten unddies demnächst besetzten, nachdem der Feind es geräumt hatte.
Wäre den 16crn nicht »och in der Dunkelheit jene Rechtsschwenkung be-sohlen worden, wären sie aus Unkenntnis der Lokalität in die Direktton vonFranclochampS mit hineingerissen worden. Der Erfolg des Tages wäre als-dann nicht der erwünschte gewesen.
7) Vizeseldwcbel Reinhardt offerierte mir einen prachtvollen, reichesteliertenund vergoldeten Ehrensäbel, den er einem französischen Gefangenen abgenommenhatte. Da ich das Geschenk auSschlug, verehrte Reinhardt den Säbel demOberstlieutenant Sannow.
8 u. 9) Die Bedeutung des Gefechtes klarzustellen, ist der Widerstand desFeindes und die Gcfechtslage der 57er zu berücksichtigen, welchen die 16cr dieerforderliche Unterstützung brachten.
Bazaine hat später behauptet, daß er nicht die Absicht gehabt habe, diegenommene» Gehöfte zu behalten, er habe nur wieder souragieren wollen.
Jedenfalls wurden die Stellungen französischerseits mit großer Macht undBravour genommen und so lange verteidigt, daß der Angriff der 57er, ihr stehen-des Feuergefecht und der Angriff der 16er eine geraume Zeit in Anspruchnahm, währenddem wir, die Angreifer, mit einem inächtigen Feuer von allenSeiten überschüttet wurden. Auch ist nicht zu übersehen, daß die Franzosen,unter dem Schutze des von ihnen befestigten LadonchampS, demnächst nochmalsvordrangen. Wollten sie nicht auSbrechen, so haben sie mit Rücksicht auf dieschon drohende Kapitulation ihre militärische Ehre wahren wollen.
Was die 57er angeht, so entnehme ich darüber ihrer eigenen Geschichte, daßsie bis aus 400 Schritt gegen den daselbst befindlichen Wassergraben gelangtenund hier ein ca. 1'/< Stunden dauernde« Feuergesecht führten, als sich Oberstv. Cranach überzeugte, daß das Gelingen eines Frontalgefechts gegen die starkeStellung FralonchainpS-Maxe sehr zweifelhaft sei und er deshalb seinen Adju-tanten zum General v. Wedelt sandte, um ihn darüber aufzuklären.
Die Folge davon war, daß die 16er eingriffen, das 57. Regiment in denStand setzten, „die starke Stellung Fralonchamp«" zu nehmen und selbst dasZiel d«S Tages, welches den 57crn entgangen war, erfüllten. Sie brachtenalso in der That die Entscheidung.
Amüsant und charakteristisch sind die Berichte, welche aus der Truppe andie Zeitungen gelangten.
Aus dem Briefe eines 16ers (3. Lompagnie) Bivouak bei MaiziereS, am17. Oktober:
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