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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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anberaumten Kriegsgericht frech und trotzig seine That gestand und angab, ersei Waldhüter. Das Urteil lautete: ,Tod durch die Kugel', und wurde ausdem Kirchhof durch eine Abteilung 16er vollstreckt.

Der Borfall ist ein klassisches Zeugnis für die Milde der deutschen Kriegs-führung. Statt daß die beiden 16er den Waldhüter, wie es das Kricgsrcchtgestattete, sofort erschossen hätten, nahmen sie ihn gefangen und lieferten ihnan das Generalkommando ab, das über ihn zum Überfluß noch eine weit-läufige kriegsgerichtliche Untersuchung anstellen ließ. DaS war unter den ob-waltenden Umständen keine Milde mehr, sondern Schwäche."

Ich bin nicht der Meinung des Verfassers. Vermochten die 16er den Mannnicht im offenen Kampfe niederzulegen, so handelten sie rechtschaffen und takt-voll, ihr Opfer auszuliefern. Die umständliche Untersuchung, welche das General-kommando doch wohl den Gesetzen gemäß anordnete, hinderte nicht, daß derMann bereits am 26. erschossen wurde. Ich weiß nicht, wem eine Schwächezur Last fällt. Ich halte den Ausdruck für geschmacklos.

17) Nach dem Generalstabswerk betrug der Gesechtsvcrlust bei Laden undMaizieres auf beiden Seiten etwa 200 Mann und fielen in unsere Hände 170Gefangene.

18) Hauptmann Weltmann hat sich über seine Stellung in einer mirvorliegenden Aufzeichnung geäußert:

Das Bataillon hatte die Südwestsront des Fleckens, eine wunderschönePosition, eine Häuserreihe in einer Linie, dahinter Gärten und dann bis zurfeindlichen Stellung freies Feld. Sie konnte, bei festem Aushalten und hin-reichender Munition, selbst bei den großartigsten Verlusten des Feindes undUmfassung nicht genommen werden. Die provisorischen Einrichtungen vomTage zuvor haben sich bewährt. Daher unsere geringen Verluste.

19) Nach der Stärkcnachwcisung hatte das Bataillon am Tage vonBeaune 14 resp. 15 Offiziere und 549 resp. 581 Mann incl. 13 Revierkrankeund 44 Pferde mit Einschluß der vom Train. Ein Zug der 1. Compagnieunter Lieutenant Pilger, ca. 40 Mann, befand sich, znr Bedeckung der BatterieFrels kommandiert, die Schlacht über nicht im Abschnitt des Bataillons.

20) Über die früheren Einrichtungsarbeitcn hat H. Weltmann aufgezeichnet:Am 23. In Marcilly zur Deckung der Bagage gegen Bcllegarde. Am 24.,am Morgen allarmiert, nach Beaune la Rolande marschiert und die Westseitebefestigt. Abends nach Marcilly zurück. Am 25. alarmiert und nach Or-mette abmarschiert. Die Franzosen standen uns bei St. Loup sehr nahegegenüber. Am 27. Beaune befestigt. Morgens alarmiert, aber falsch."

Was die Gestellung eines Bataillons einer anderen Brigade zu den Ver-teidigungsarbeiten angeht, von welcher Hoenig spricht, so hätte sich das Corpsdamit, meines Bedünkens, nur noch mehr zerrissen und weniger gesechtssähiggemacht.

Die Truppcnverteilung war unter den obwaltenden Umständen die denk-bar unglücklichste", meint Hoenig.Der Regimentscommandeur behielt alsRegimcntsreserve keinen Mann in der Hand, denn er hatte da, wo es am