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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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General ordnete Untersuchung und Berichterstattung sowie Bestrafung des Vize-feldwebels o. d. Lancken, des Feldwachhabers in Tante'ment an.

In Wirklichkeit haben sich die Verhältnisse beim Feinde genau so ver-halten, wie die Feldwache es gemeldet hatte und so endete die einzig rich-tige und bemerkenswerte Thätigkeit aus dem Bereiche derVorposten der 38. Jnfanteriebrigade innerhalb dreier Tage mit demAntrage an das Generalkommando: , Die hessischen Reiter abzulösen und durch2 Eskadrons Dragonern zu ersetzen, weil sich die Ersteren zum Vorpostendienstnicht geschickt zeigen'.

Der Antrag fand keine Berücksichtigung."

Wer wollte sich nicht über diese Entscheidung im Interesse einer Truppefreuen, welche sich eben erst vor dem Feinde ausgezeichnet hatte.

Andererseits möchte ich General v. Wedell nicht verurteilen, wenn er indem Bewußtsein, daß seine Brigadein einem Augenblicke" gefechtsbereit war,sich bei seinem Eingreifen in Faucerive von der Voraussetzung leiten ließ,daß es in solchem Falle besser ist, sich nur erst die Vorposten zum Gefecht ent-wickeln zu lassen. Die Allarmiernng ergiebt sich alsdann, im Falle des Be-darfs, von selbst und wäre hier, wo sie nicht notwendig war, vermieden worden.

Den Eindruck, den die hier in Rede stehende Allarmiernng auf die Truppendes Gros machte, hat Hauptmann Weltmann in die Worte niedergelegt: »27.Beaune mit den 57ern befestigt. Morgens allarmicrt, aber falsch."

Die Verurteilung des Generals stimmt auch nicht mit der sich anschließendenAusführung Hoenigs:

In der Front von Boiscommun über St. Loup bei MaizicreS konnteneinzelne Reiter seit dem 25. abends kaum durchkommen, um so mehr will esscheinen, daß das Generalkommando seitdem hätte versuchen müssen, um dieFront herumreiten zu lassen, und das war in dem sehr bedeckten Gelände zwischenNancray und Boiscommun von einzelnen Reitern bis in den Rücken der Gegnerwohl ausführbar gewesen."

Es scheint mir, daß der General v. Wedell eine ähnliche Ansicht hatte.

16) Die Richtigkeit des Vorganges mit dem Waldhüter, wie Hoeuig ihndarstellt, lasse ich dahingestellt. Ich teile seine Darstellung nur mit, um michgegen die Schlußfolgerung auszusprechen.

Am 25. morgens erhielt ein Doppelposten der 16er aus großer NäheFeuer. Die Schüsse fielen aus einem nahe gelegenen Hause.

Die Mannschaften des Doppelpostens verabredeten sich nun dahin, daß,sobald wieder ein Schuß siele, einer davon laufen, der andere sich tot stellensollte.

Als nun aus derselben Richtung wieder eine Kugel vorbeipfiff, lief ein16er einige Schritte davon, während der andere, scheinbar getroffen, niederfiel.

Es währte nicht lange, da näherte sich vorsichtig ein Blaukittel, schautesich um und knieete dann neben dem vermeintlichen Toten nieder. Schnellfaßte der kräftige Westsale zu und kehrte der andere Mann zurück.

Der Blaukittcl wurde nach Beaune abgeliefert, wo er vor deni sogleich