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Schritt vor unö ein. Kurz darauf fiel ein zweiter Schuß und schlug dieseGranate zwischen unserem Standpunkt und der Stadt ein.
„Als wir somit merkten, daß die Sache ernster wurde, gingen wir zurStadt zurück. Kaum hatten wir das erste Hans erreicht, so schlug eine Gra-nate in das gegenüberliegende Haus. Es kann somit der erste Kanonenschußvon St. Loup nicht um 8, sondern erst um 9 Uhr gewesen sein."
Der damalige Vizefeldwebel, spätere Lieutenant Reinhardt, jetzt General-direktor in Ternitz in Niederösterreich schrieb mir: „Es wurde gegen 49 Uhralarmiert, um ,i 10 Uhr begann das Granatfeuer von St. Loup aus und standdie 2. Compagnie um diese Zeit am Ausgange nach Orme. Wir führten denAuftrag, eine Barrikade zu bauen, aus, indem wir Fässer hcranrolltcn, Fenster-läden aushobcu; doch hieß es, die Barrikade noch nicht ganz schließen, eskommen noch Leute von uns von Vorposten.
„Kurz daraus kamen einige hessische Reiter, in demselben Momente schlug eineGranate in das Dach eines der hinter dem Ausgang gelegenen Häuser ein. Wir,sogar die Pserde der Reiter, machten instinktiv einen Bückling und lachten wirinfolge dessen hell auf."
22) ES heißt in dem Hoenigschcn Werke: „Die Häusergrnppe in derSlldwestcckc des Kirchhofs war um die Hälfte kleiner als sie auf dem Planevon Beaune in der Geschichte der I6cr eingezeichnet ist. Dies ist auf dembeiliegenden Plane ebenso berichtigt worden, wie andere Irrtümer des Planes,und zwar gemäß einer von mir au Ort und Stelle gemachten Ausnahme.Die Häuser bestanden aber nur aus Leichenhalle und der Wohnung des Toten-gräbers. Nach Westen waren sie ohne Fenster und Thüren, so daß sie in derkurzen Zeit nicht zur Verteidigung hergerichtet werden konnten und daher an-setzt blieben.
Hinter der Leichenhalle wurde der Verbandplatz angelegt."
Ich meine auch, daß diese Häuser kleiner waren als sie aus dem 16erPlane angegeben sind. Mir ist die Stelle sehr genau bekannt, weil ich da-selbst mit Hauptmann Feige und anderen auf dem Kirchhof anwesenden Offi-zieren eine entscheidende Besprechung hielt, auf die ich au anderer Stelle zurück-kommen werde.
WaS die übrigen Differenzen über die Lokalitäten angeht, so fragt eS sich,aus welcher Zeit die Hoenigsche Ausnahme stammt. Ich vermute, daß sie erstneuerdings bewerkstelligt ist, und gebe deshalb in der Anlage einen Plan, dervon einem Sachverständigen, dem damaligen Vizcfeldwebel Reinhardt, am Tagenach der Schlacht abgeschritten, eingezeichnet und jetzt ausgeführt ist.
Reinhardt schreibt mir hierzu: „Ich habe durch Versuche festgestellt, daß meinSchritt im Durchschnitt 0,833 Meter und fertigte, nachdem ich alle Maße inMeter umgerechnet, einen neuen geometrisch richtig gezeichneten Plan im Maß-stab von 1:2000.
„Meine damals aufgenommenen und im alten Croquis eingetragenen Maßehaben, trotzdem nur nach Schritten gearbeitet wurde, es möglich gemacht, daßalle Maße in dem neuen Plane verwendet werden konnten. Es wäre dies