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nicht möglich gewesen, wenn größere Irrtümer beim Abschreiten der Entfer-nungen gemacht worden wären.
„Als ein wichtiges Maß möchte ich die Strecke 338 Schritt — 281,6 Metervon der südöstlichen Ecke des Kirchhofes bis zur nordwestlichen Ecke der Barri-kade an der Straße »ach Orme bezeichnen, da dadurch in Verbindung mitdem Maße 266 Schritt — 221,6 Meter sich die Lage der Westfront der Stadt-mauer im Verhältnis zur Lage des Kirchhofes ergicbt.
„Auf meinem Plan erscheinen die Straßen von Batilly und Orme parallellaufend, wohingegen aus den übrigen Skizzen diese Straßen von Beaune ausgesehen divergieren. Die in meinem CroquiS eingezeichneten Strecken dieserStraßen sind nur kurze und können, ohne große Fehler hervorzurufen, alswirklich parallel lausend betrachtet werden.
„Der Rolandcbach war dort, wo er parallel dem Schützengraben von Ziehenin der Richtung von Westen nach Osten floß", erläutert Lieutenant Reinhardtweiterhin seinen Plan, „nur 3 Schritt breit, dahingegen dort, wo er den Stadt-graben bildete, hatte er, sowie auch der trockene Teil des hellblau angelegtenStadtgrabens eine Breite von 12 Schritt. Er schien vor Münchens Positionals Viehtränke benutzt zu werden.
„Auf der südlich von Ziehens Schützengraben liegenden Wiese war kein Ge-sträuch oder Gehölz, wie es auf dem lithographierten Plan angedeutet zu seinscheint. Es standen nur einige Pappeln am Rolandebach, die aber, wenn ichmich recht erinnere, umgehauen waren.
„Der Garten, welcher vor dem von Haeften besetzten Hose lag, hatte einesehr dichte Hecke und konnte ich dort behufs Weiterverfolgens des Rolaudebachsnicht hinein, ich kann daher nicht sagen, ob der Rolandebach innerhalb desGartens überwölbt war oder frei durchstoß. Ich vermute aber das letztere.
„An der Südwestseite des Kirchhofes ist aus meinem CroquiS die aus an-deren Plänen erwähnte Leichenhalle nicht skizziert, das ist eine Unterlassungs-sünde meinerseits, denn es stand dort eine Art niedriger Schuppen, dicht amEingangsthor, doch spielte derselbe, so viel ich weiß, keine Rolle.
„Der Eingang zum Kirchhof war an der Südseite von der Straße nachBatilly aus, wie auch in meinem EroquiS angegeben.
„Ich selbst betrat mit meinem Zuge den Kirchhof an der Nordostseite durcheine große, von einer Granate geschossene Bresche."
Dieser Punkt ist, wie eine Prüfung der Hocnigschen Darstellung mit derKarte in der Hand ergiebt, sehr wichtig für die richtige Beurteilung meines Zu-sammentreffens mit H. Feige. Und doch verlegt H. Hoenig auf seiner Zeich-nung den Eingang, noch dazu als den einzigen, an die Ostseite des Kirch-hofes, während dieser erst später im Granatseuer geschlagen wurde. Lrrurekumsuum sst!
Ein anderer wichtiger Punkt zur Beurteilung der Situation ist, daß einunbefangener Leser des Hocnigschen Werkes zu der Anschauung kommen muß,als hätte der Kirchhof auch nach Süden freigelegen, mithin in die Verteidigungnach dieser Seite einwirken können. Das ist aber nicht der Fall, es lagen