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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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fand, so kommt Hauptmann Hoemg in seiner weiteren Darstellung doch wieder,wie solgt, daraus zurück.

Mit Heller Freude Feige empfangend, stellte Hauptmann v. Natzmer ihmvor, den Marsch zum Rendez-vouL nicht fortzusetzen.

Hauptmaun Feige hatte aber bereits vor dem Zusammentreffen mit Haupt-mann v. Natzmer, als er beim Kirchhof, der einen guten Überblick gestattete, diefeindlichen Massen im Westen und Süden bemerkt, den Gedanken erwogen, obes unter diesen Umständen nicht geboten sei, den Weitermarsch einzustellen.

In diesem Sinne erteilte er dort an Premierlieutenant Lancelle den Befehl,die südlich des Kirchhofes vorgelegen«: Häuser zu besetzen, während ein Zugunter Feldwebel Gläsner zwischen Kirchhof und Städtchen in Schützen aufge-löst Stellung nahm.

Hauptmann Feige vermochte sich der Berechtigung des Ansuchens Natzmer«nicht zu verschließen, sah sich indessen anderseits durch wiederholten Befehl ge-bunden, den Sammelplatz des Regiments zu erreichen.

Während Hauptmann Feige noch mit sich kämpfte und die Folgen erwog,die es haben konnte, wenn er gegen den Befehl handelte, schlug ein lebhaftesKreuzfeuer um den Standpunkt der Hauptlcute Feige und v. Natzmer zu-sammen, worin beide Offiziere die Vorbereitung zum Sturm zu erkennen mein-ten. Da entschied sich Hauptmann Feige, nicht abzuziehen, somit befahl erkurz: Alles bleibt hier. Gleich daraus stellte er seinen Zug in Sektionskolonnenhinter dem Zuge des Lieutenant Platcn auf, Feldwebel GläSner verblieb nochin seiner Stellung.

Allerdings muß hervorgehoben werden, daß, falls Hauptmann Feige abge-zogen wäre, es nicht mehr möglich gewesen wäre, 5. 57 (Lancelle) zurückzu-ziehen, weil diese bereits in voller Thätigkeit, die Häuser zur Verteidigung ein-zurichten, begriffen war und mit den anderen Teilen im Feuergesecht gegen denAngreifer stand."

Dieser Geschichtscrzählung gegenüber habe ich in der Einleitung die Zu-schrift des Lieutenant Frieg vom 20. 1. 73 veröffentlicht, in welcher eS heißt:

Nach dem Vertrage des Major v. Scherff scheint es fast, als wenn Haupt-maun Feige berichtet hätte, daß er aus eigener Initiative geblieben wäre. Umeinem vielleicht von dem Hauptmann Feige zu machenden Einwände mit Zeugenentgegentreten zu können, erlaube ich mir zu bemerken, daß ich zugegen war,als der Herr Hauptmann v. Natzmer den Feige etwa nüt den Worten festhielt:.Alsdann muß ich Sie ersuchen, hier zu bleiben.'"

Ich erlaube mir nun noch die nachfolgenden Zuschriften zu veröffent-lichen: Oberstlieutenant v. Neree schrieb mir am 7. 1. 94:Wie Feige mitseiner Compagnie in der Straße von Batillp an dem Kirchhof schon vorbei-marschiert war und er von Ihnen angehalten wurde, war ich gerade an derStraße. Ich hatte mich bei dem Zuge Ziehen in dem Schützengraben aufge-halten. Ich erinnere mich ganz deutlich, wie die Compagnie, die übrigensnicht ganz geschlossen war, wieder Kehrt machte und an den Kirchhof zurück-marschierte. Dies mag eine Entfernung von 3040 Schritt gewesen sein. ,