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40) Ein fast gleichzeitig mit dieser Meldung ausgeführter letzter Angriffdes Feindes aus der Südseite wurde indessen mit einem Ricsenhurra zurück-geworfen, äußerte sich Mentz 1880.
Die sich gegen den Schützengraben richtenden mit großer Bravour ausge-führten Vorstöße der Franzosen, welche mchreremale bis aus 30 Schritt heran-kamen, wichen dem wohlgczielten Feuer von Ziehen und der 4. Compagnie.
41) AuSzng aus dem Tagebnche des damaligen Portepeefähnrich Meißner,Zugführer der 5. Compagnie 16. Regiments, jetzt Major in Dieuze:
27. November.
Morgens Position eingerichtet. Löcher in eine dicke Wand geschlagen re.Nachher Skat.
Plötzlich alarmiert, aber gleich darauf eingerückt. — Dicker Nebel. Nach-richt erhalten, daß Thionvillc gefallen.
Ankunft Schradcrs aus Hannover mit allen möglichen Sachen wird an-gekündigt.
Morgens: sehr angenehme Ruhe im Sainmetfauteuil.
(Geschrieben 28. November 1870, 8 Uhr Morgens.)
Kaum hatte ich obige Worte geschrieben, so glaubte Lt. Laemmerhirt „dasGanze" zu hören. Da noch alles still blieb, tranken wir in aller Gemüts-ruhe Kaffee, bis der Alarm losging. Es dauerte einige Minuten, so standenwir in unserer Position am östlichen Ausgange von Bcaune. ES wurde nachdem linken Flügel unserer Armee ziemlich heftig geschossen, dem Anscheine nachnur Vorpostenknallerci, allmählich kamen aber einige Kanonengrüße zwischen-durch. Von Beaune aus zogen noch mehrere Bataillone weiter nach links.
Etwa lOj Uhr kamen von St. Loup her Granaten schweren Kalibers nachBeaune hinübergeflogen; einzelne sogar ganz in die Nähe unserer Position.Gleichzeitig kamen die Vorposten zerstreut zurück, und in unserer Front begannein heftiges Gcwehrfeuer. Der gerade vor uns liegende, mit zwei Windmühlenbesetzte Berg wurde bald von den Unseren (auf höhere Anordnung nur leichtzu verteidigen), verlassen, und sehr bald darauf kam ein Franzose nach demandern oben an und setzte sich in einem der Häuser oben fest. Nun gingdas Geknalle auch unserseits los.
Die Kugeln pfiffen bei uns von Minute zu Minute unangenehmer; immermehr Granaten kamen angesaust, unsere leichte Batterie, links von unS, fuhrab. In der Stadt fingen einzelne Häuser an zu brennen. Das Ungemüt-lichste aber war, daß die Kerls offenbar die Absicht hatten und nicht ohneAussicht auf Erfolg versuchten, uns mit großen Jnfanteriemassen zu umflügeln.
Die Stadt Bcaune war von rechts und links bald gänzlich umgangen, undvon allen Seiten kamen die Flintcnkugeln geflogen. ES wurde ausgehalten,es ist jedoch wohl anzunehmen, daß die wenigsten Lllninge (Scherzname fürdie Leute) und Snbaltcrnosfiziere die ganze Schwierigkeit der Lage übersehenkonnten, die Ruhe würde sonst vielleicht eine weniger große gewesen sein. MitBeginn der Dämmerung wurde es für einige Zeit ruhiger bei den Kerls, manhörte eine Menge Signale, ein Teil zog sich aus den Schützenlinien zurück.