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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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Meine Batterie war inzwischen wieder für mich verschwunden, dagegen waraus südwestlicher Richtung noch heftiges Feuer zu hören. Ich suhlte michunter diesen Umständen an der eingenommenen Stelle überflüssig und suchteBeaune zu erreichen. Inzwischen war auch die Dämmerung hereingebrochen.

Unweit von Beaune, ich glaube am Eingänge von Egry, traf ich dem-nächst mit Infanterie vom 3. Corps zusammen, welche in Beaune einzu-marschieren im Begriffe war. Wenn ich nicht irre, habe ich mit dem Haupt-mann v. Kalinowski bei dieser Gelegenheit gesprochen. Bei meinem Einmarschin Beaune war es säst ganz dunkel und das Feuer verstummt."

Nachdem das Gehölz von unserer Infanterie, einem Bataillon 57er ge-nommen war", berichtete Premierlieutenant Frels,nahm die Batterie Positionaus einer nördlich von Beaune gelegenen Höhe, aus der schon die 1. leichteKnauer, und eine andere Batterie (wohl Krätschel) standen."

Es wird der Moment gewesen sein, wo Premierlieutenaut Mentz sich inBeaune am AuSgang nach Egry befand, und den Versuch herauszukommenund den Patronenwagen des Bataillons heranzuholen, aufgeben mußte,weilich", wie Mentz vor 10 Jahren schrieb,kein Pferd auftreiben und zu Fußwegen der zu weit vorgeschrittenen Umgehung nicht mehr herauskommen konnte."Neuerdings schrieb Mentz nur,als ich mich 3Z Uhr am Ausgang nach Egrybefand, war von der Jnsanterie nichts zu sehen und hielt die Artillerie denKampf gegen die ungestüm vordringende Infanterie allein".

Gegen 4 Uhr erschien endlich die sehnlichst erwartete 5. Infanterie-Division",heißt es wieder in der Geschichte des Feldartillerie-Regiments,welche von BoyneSaus in den Kamps eingriff und die Schlacht zu unsern Gunsten entschied.

Als man den Feind infolge dessen auf Batilly abziehen sah, ließ MajorKörber die 1. reitende Batterie eine Strecke vorgehen und den immer eiligerwerdenden Abmarsch des Feindes beschießen."

Wir beschossen", berichtete Frels,zurerst zurückgehende feindliche Infan-terie auf 1700, 1800 und 2000 Schritt und nachher eine feindliche Batterieauf 1800 Schritt, welche jedoch bald abfuhr."

Dann eilte die 1. reitende Batterie", entnehmen wir wieder der Negiments-geschichte,aus die Westseite von Beaune, wo sie sich nüt dem linken Flügelan die äußersten Häuser des Städtchens anlehnte und das südliche Geländein der Richtung auf St. Lvup unter Feuer hielt. Die 5. Infanterie-Divisionstand inzwischen in gleicher Höhe mit der Batterie."

Als dann gegen 5 Uhr der letzte Sturmversuch der Franzosen aus Beauneunternommen wurde, was man an dem lauten Geschrei, an Hornsignalen undKomniandorusen frühzeitig bemerkte, eilte Premierlieutenant Krätschel an dieSüdwestseite von Beaune und feuerte in die Sturmkolonnen, leider verbarg derNebel die Ziele."

Ohne die 4 Batterien", urteilt jetzt Oberstlieutenant Knauer,wäre es den57ern, die durch feindliche Übermacht hart gedrängt wurden, nicht gelungen,wieder festen Fuß zu fassen. Noch viel weniger aber hätten dieselben vor Ein-treffen des 3. Nrmeecvrps die Offensive ergreifen können.