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„Die Batterie Saalmüller (welche bei LeS Roches Stellung nahm), feuertegegen die dichten Infanteriekolonnen, welche den Versuch machten, in Faucerivceinzudringen. Bald schlugen aus Faucerive die Flammen empor.
„Gleichzeitig mußten die Schützenlinien beschossen werden, welche der Bat-terie im hohen Grade lästig wurden." „Während dieser Zeit wurde diese Bat-terie in ihrer rechten Flanke mit einem heftigen aber wirkungslosen Granat-und Shrapnelfeuer überschüttet."
„Als sich die Vorwärtsbewegung der 57er bemerkbar machte, schloß ichmich", erzählt der damalige Lieutenant Pilger, „der Bewegung auf dem rechtenFlügel an und wurde von der Batterie Frels überholt. Dieser, welchen ichhoch erfreut über das wieder begonnene Vorrücken begrüßte, teilte mir mit, erwerde hier Aufstellung nehmen und feuern, ich solle schleunigst ein rechts vor-wärts liegendes Gehölz untersuchen und säubern.
„Ich drang von der Ost- und Nordostseite her mit meinen Leuten in das-selbe ein und durchschritt dasselbe ungehindert bis an den Westrand, zweioder drei feindliche Infanteristen, die iin Gehölz vorgefunden wurden, mitmir nehmend. Vom Westrand aus sah ich aus dem freien Felde vor demGehölz etwa 1 Bataillon feindlicher Infanterie in 3—400 Schritt Entfernungstehen.
„Während ich den Westrand von der nördlichen Seite besetzen ließ, waren57er von der Südostseite in das Gehölz gekommen. Am südlichen Westrandtraf ich, wenn ich nicht irre, Hauptmann v. Warendorf.
„Ein Vorgehen gegen die Franzosen wurde nicht für angemessen gehalten,ich mußte vielmehr zurückgehen und kaf ich östlich bezw. südöstlich von demGehölz auf andere Teile des 57. Regiments, welche auf dem mit Weinstöckcnbestandenen Felde vorrückten.
„Aus die Frage des führenden OssizicrS (Mas. v. Schöler?): ,was das füreine Gesellschaft sei' und meine Antwort: .wieder die Artillcriebedeckung', wurdemir die Weisung, das Bataillon nicht in seinen Bewegungen zu stören unddie Gefangenen abzugeben.
„Ich besetzte nun weiter nördlich eine von Osten nach Westen laufende Hecke,zog mich an derselben entlang und faßte ein südwestlich liegendes Gehölz —ein anderes als das vorerwähnte — ins Auge, welches vom Feinde besetztsein mußte, weil einige Schüsse aus demselben fielen. Granaten schlugen indie Wipfel der Bäume, sie zersplitternd.
„Aus der Art, wie die Geschosse krepierten, glaubte ich deren feindliche Her-kunft zu erkennen und wurde in meiner Annahme dadurch bestärkt, daß auder Südostccke des Gehölzes Gestalten auftauchten, welche Gewehre nut demKolben aufwärts hielten und ihrem ganzen Benehmen nach als Franzosen an-zusprechen waren. Mich näher heranziehend, ließ ich aus sie feuern, wurdeaber in meinen, mir löblich scheinenden Bemühungen bald durch den Majorv. Scherst unterbrochen, welcher zu Fuß erschien und mir die sofortige Ein-stellung des Feuers mit dem Bemerken befahl, daß das Gehölz von Truppendes 3. Corps besetzt sei. Meine Gegenvorstellungen wurden abgewiesen.