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nie Regiments 100 von Noisy heran und bestimmte so zum Angriff6 Kompagnien des Regiments 106.
Demgemäß führte Major Brinckmann bald nach 11 llhr das III/106mit der 10. 11. Kompagnie im ersten Treffen, der 9. 12. im zweitenTreffen mit dichten Schützenketten vor der Front vor.
Hinter dem rechten Flügel folgten die 5. 6. Kompagnie.*)
Vom Berge Avron mit Granaten beschossen, rückten die Sachsenvor, doch bald schlägt auch Jnfanteriefeuer in ihre Reihen, alle vierKompagnien werden ins erste Treffen vorgezogen.
Im weiteren Vorgehen bemerkt Major Brinckmann die französi-schen Geschütze am Hohlwege von Bry, er zieht auch die 5. und 6.Kompagnie znr Verlängerung seines rechten Flügels in das erste Treffenvor und gibt ihnen Befehl die Geschütze zu überflügeln.
Mit gefälltem Bajonett und unter Hurrahrnf stürzen sich nun dieSachsen auf die Franzosen, welche am Höhenrande aufmarschiert warenund vergeblich versuchen es die französischen Offiziere ihre Truppen znmStandhalten zu bewegen.
General Duerot, der selbst sich in vorderster Linie befindet, gibtpersönlich an die zunächst Stehenden das Kommando znm Feuern, ja erzerbricht sogar seinen Degen im Leibe eines Sachsen**), allein alle seineAnstrengungen sind vergeblich, ein wilder Schrecken bemächtigt sich derFranzosen und in voller Auflösung fliehen sie nach Bry hinunter, ver-folgt von dem Feuer der Sachsen, die bis an den Rand des Hangesvorrücken.
Schon zuvor waren die französischen Batterien abgefahren, nur dielinke Flügelbatterie konnte, nachdem sie noch auf 100 Schritte Ent-fernung die Sachsen beschossen hatte, nicht alle ihre Geschütze zurück-bringen, sondern ließ 2 Geschütze und einen Mnnitionswagen zurück,welche von den Lieutenants Hanse und Weingandt erstürmt wurden.
*1 Das sächsische Regiment 106 hatte am 29. November 318 Mann Ersatz-mannschaften erhalten, welche am Morgen des 30. November vertheilt wurden, anr29. September hatte es 350 Ersatzmannschastcn zusammen also 668 Mann erhal-ten. Regimentsgeschichte S. 279 und 285.
**) Duerot II. S. 2ll.