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Die Schlachten bei Villiers und Champigny am 30. November und 2. Dezember 1870 sowie das Gefecht auf dem Berge Mesly / von E. von Schmid
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Der rechte Flügel der Sachsen drang in die ersten Häuser vonBry ein nnd nahm Hiebei einen Stabsoffizier nnd 67 Mann gefangen.

So war dieser erste Angriff der Sachsen gelungen, die Franzosenüber die Höhe zurückgeworfen, doch waren die Verluste der Sachsenan Offizieren sehr bedeutend.*)

Die Sachsen halten sich in dieser Stellung am Nvrdrande desDorfes und beginnen ein ziemlich heftiges Feuergcfecht, allein baldfährt auf dem rechten Ufer des Flusses am Südrande des Parkes vonPerrenx eine Mitrailleusenbatterie auf und beschießt die Sachsen auf1600 in Entfernung.

So von rechts her beschossen, geben die Sachsen ihre vorgeschobeneStellung auf und weichen unter Zurncklassnng der eroberten Geschütze,die sie aus Mangel an Pferden nicht mitnehmen können, bis in Höhedes Kirchhofes von Bry zurück, wo sie von neuem quer über denHang Stellung nehmen und das Feuergefecht mit dem französischenRegiment 125 wieder beginnen.

Unterdessen waren bei Villiers neue Verstärkungen eingetroffen,indem um 11^ Uhr 2^ Bataillone des Regiments Nr. 104 daselbstangekommen waren.

Das I. Bataillon dieses Regiments stellte Oberst v. Abendrothdem General v. Reitzenstein zur Verfügung, welcher dasselbe persönlichunter dem heftigsten Feuer nach dem Bahnhof führte, von wo aus3 Kompagnien unter Führung des Hauptmanns Küstner I nach denKiesgruben vorgingen.**)

General v. Reitzenstein verabredete nunmehr mit dem Oberstenv. Abendroth auf der ganzen Linie einen Vorstoß zu machen, um denFranzosen im Angriff zuvor zukommen und sie wieder über die Höhenzurückzuwerfen. Er hoffte hiedurch am besten, die Franzosen über unsereStärke bezw. Schwäche zu täuschen und sie vvm ferneren Angriffe ab-zuhalten.

*) Premierlieutenant Trebsdors Perl Hamcl waren gefallen, LieutenantOettel verwundet.

**) Beim Durchzug durch das Dorf fiel der Führer des Bataillons Haupt-mann Frhr. v. Nostitz.