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Felde zu ziehen und ihn, den Rebellen und Eindringling,zu Falle zu bringen. Obwohl aber die Eidgenossen sichdabei ihrer Aufgabe auf das Anerkennenswertheste ent-ledigten, sollten trotzdem die mit Oesterreich und Frank reich abgeschlossenen Bünde , die diesem neugeschaffenenVerhältnisse entsprangen, für sie nicht von Yortheilenbegleitet sein.
Die Eidgenossen hatten sich einen gefürchtetenNamen gemacht. Bei Morgarten im heimischen Gebirge,wie bei Sempach auf offenem Felde hatten sie Oester-reich überwunden und bei St. Jakob an der Birs warauch Frankreich vor ihnen erbebt; kein "Wunder, dassdie beiden Gegner es sich angelegen sein Hessen , sichdurch Friedensanerbietungen uud Zugeständnisse ihreFreundschaft und die Hülfe ihres starken Armes zusichern. Oesterreich erwarb sich die Priorität: Durchdie „ewige Richtung“ von 1474 und die Erbeinung von1511 wusste es die Expansivkraft der Eidgenossen nach"Westen gegen Frankreich , seinen Nebenbuhler, hin-zulenken und in das gegenseitige „getreue Aufsehen“sogar die Freigrafschaft Burgund einzuschliessen.
Das vollzog sich im Einzelnen in folgender "Weise:Die Sympathie der Eidgenossen war von Anfang an mehrauf Seiten Oesterreichs als Frankreichs . Da sich die eid-genössischen Orte durch Abstammung, Sitte und Sprachemit Deutschland von jeher auf das Engste verbundenfühlten, so neigten sich die Schweizer natürlicher "Weiseeher den Sprossen Rudolfs von Habsburg als den fran zösischen Königen zu. Dies gilt nicht blos für’s 15. Jahr-hundert, sondern über den westphälischen Frieden hinaus:Als Franz I. nach dem Tode Maximilians im Jahre 1519die Römisch-deutsche Kaiserkrone zu erlangen suchte,traten die Eidgenossen gegen ihn in die Schranken undbemühten sich um die Nachfolge Karls Y. im Reich, undals nachmals die französische Ränkekunst die Eidgenossenvon Oesterreich abwendig zu machen suchte, so bezeich-