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Endlich herrschte kein Frieden innerhalb der ein-zelnen Gemeinwesen selber. Ein Symptom solcher innerenUneinigkeit war der sogenannte grosse Bauernkrieg.
Der Bauernkrieg von 1653, eine Frucht des dreissig-jährigen Krieges, war hauptsächlich aus den Schwan-kungen des Geldmarktes lier\orgegangen, die nach Ablaufdesselben nothwendiger Weise eintraten. Die Bauern-schaft war durch die herrliche Friedenszeit, die währenddesselben bei uns herrschte, zur Spekulation verleitetworden, und als das Geld stockte, machte sie die Re-gierung hiefür verantwortlich. Die Regierung hatte aufden Thatbestand keine Rücksicht genommen und dieSteuern nach wie vor erhoben und Extrasteuern zugelegt;zudem hatte sie die bisher eingeführte Anfrage an dasYolk unterlassen, und ebenso hatte sich ihre Beamten-schaft eines militärdespotischen Verfahrens gegen dieBauern schuldig gemacht. Die Bauernschaft erhob sichzum Aufruhr; ihre Bewegung artete aber bald aus; dieRegierung aber unterdrückte den Aufruhr, der ein schreck-liches Ende nahm, und nahm den Bauern ihre Freiheiten,zumal das Waffenrecht. Später rächte sich dies: Bei derInvasion der Franzosen war das Yolk unbewaffnet.
Ein Staatswesen, das so sehr in sich zerfallen warund an so viel inneren Schäden krankte, konnte unmög-lich Ludwig XIY. bei seinen Anschlägen auf die Franche-Comte grosse Schwierigkeiten bereiten.
Ebenso lag drittens in den Verhältnissen der Franche-Comte selber kein wesentliches Hinderniss für Lud-wigs XIY. Pläne. Blicken wir auf die Entwickelungdieser Verhältnisse zurück.
Wir beobachten in der Geschichte nicht bloss einenKampf zwischen Frankreich und Deutschland um denRhein , sondern auch ein Bestreben der Länder des Rhein-gebietes selbst, sich im Verein mit den Rhonelandschafteneine selbstständige staatliche Stellung inmitten des grossenWestreiches und Ostreiches zu sichern. Die Theilung