51
keit an die Stelle des frühem herzlichen Wesens. DieSchönheit der Königin Maria Theresia , erhöht durch dasGeschmackvolle ihres Anzuges und den verschwende-rischen Reichthum ihres Schmuckes, riss sie zur Be-wunderung hin. Der Dauphin, damals ein Jahr alt,erschrak zuerst beim Anblicke der Fremden; bald abernäherte er sich vertraulich mehreren von ihnen mit denWorten: „Freund, mein Freund“, welche man ihnstammeln gelehrt hatte. Nachdem Ludwig allen Abge-ordneten die Hand gereicht hatte, richtete Waser, dasHaupt der Gesandtschaft, die wenigen Worte an ihn:„Die Yei’gangenheit, Sire, bürgt Ihnen für die Zukunft.Möge der mächtige Beherrscher der Könige alles solenken, dass die Welt erkenne, der gegenwärtige Bundbezwecke nichts, als die Ehre Gottes, den Schutz derUnterdrückten, das Wachsthum der Gerechtigkeit unddie Erhaltung der beiden Staaten.“ „Mein Benehmen,antwortete der Monarch, wird euch zeigen, welchenWerth ich auf die Verbindung mit euch setze.“ Dannsprach er von der Zuneigung, welche seine königlichenVorgänger zu ihren grossen Freunden gehabt hätten,und wie ihn dieselben Gefühle beleben. Es schien ihmVergnügen zu machen, ihnen zu erzählen, wie er nochals Kind von zwei Pagen, mit denen er spielte, sichgetrennt habe, in ein Bassin gefallen, aber, schon demErtrinken nahe, durch einen Schweizer von der Gardegerettet worden sei.
„Während der folgenden Tage wurden die Schweizer vom Prinzen von Neuchatel , von Conde, Turenne, Villeroizur Tafel gebeten. Bei Grammont, der sie ebenfalls ein-geladen hatte, fanden sie die Tafel mit Flaschen bedeckt,welche in Schlachtordnung aufgestellt waren. Auf kleinenFahnen las man hundert Wahlsprüche, z. B.: „Wenigessen, tapfer trinken.“ Die Gesandten waren angenehmüberrascht. Unter den Weinen räumten sie, wenn uns