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Beiträge zur Geschichte der Einigungen der alten Eidgenossenschaft mit dem Auslande und des Verhaltens der Eidgenossenschaft bei dem endgültigen Uebergang der Franche-Comté an Frankreich : Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Fakultät der Universität Bern vorgelegt / von Hartmann Friedrich von Mülinen
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Es hätten auch die kaiserl. Minister nicht daran ge-dacht, von dieser Republique Hilf zu fordern. . . . Nach-dem aber die burgundische occupation die Gemütherdieser Landen in etwas alteriert und der Herr Residentmit unzeitigen betrohlichen memorialien, umb dero Hinder-haltung oder wenigist Milterung wir ihn durch ehrlicheLeuthe so hoch bitten lassen, den Kaiser und dieWald-städto seine Feind benamset und mit ohnnöthigen Wortengefährdet, eine noch mehrere apprehension in die Hertzender Eidtgnoszen gejagt, ist es darauf gestanden, daszman eine starke Ligue mit dem Kaiser geschlossen undSachen verhandelt worden wären, die Frankreich undSchwytz in grosze Confusion versetzt hätten, wann nitder Krone getreue Diener Handt an den Sachen, zwahrmit Yerlust ihres guten Nammens (indeme wir Under-schribne deszwege vil Übels von etliche passionniertenausgerueft worden), gehalten hätten. Gleichwohl seind wirso stark nit gewesen, dasz wir dem Schwahl (der wahr-haft einem anschieszenden Wasser zu vergleichen) solcherMaszen widerstehen mögen, dasz nit etwas vorgegangen,so sich zwar mit der Zeit wohl wenden lasset, jedochbesser gewesen, wenn es gar unterbliben wär. Ingestaltmann dieser Stund von Seiten Spaniens , welche factionniehmals so stark als jetzt gewesen und diesen vortheil-haften Zustand gar zu wohl zu bewerben weisz, nocharbeitet, mehrere Nachtheiligkeit wider Frankreich zuStande zu bringen; vornemblich aber dahin zielet, damitdiser nation Volksheer Verbott geschehe, äuszert derReichsschranken zu dienen.

Wy nun dem vorstehenden und mehrer androhendenUebel in Zeiten Rath zu schaffen, werden Ewer Gnadwohl zu bedenken wüssen. Wir unseres Theils vermeinenunsere Pflicht mit Eröffnung der Sach wahren Zustandin genügen gethan zu haben, die wir ohne Aenderungder Anstalt für künftigen Erfolg gewüsz nit antworten